30. April 2021

Covid-19

Morbidität und Mortalität auch nach sechs Monaten noch erhöht

Immer mehr weist darauf hin, dass Covid-19 nach dem Abklingen der akuten Symptome noch nicht abgehakt werden kann. Auch Monate danach haben Überlebende gehäuft mit den verschiedensten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und die Mortalität ist deutlich erhöht. Dies hat eine Kohortenstudie aus den USA gezeigt.1

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Maria Weiß

Verschiedene gesundheitliche Folgen

Die Arbeitsgruppe von Zihad Al-Aly aus Saint Louis, USA, nutze für ihre Kohortenstudie die Daten der Veteran Health Administration (VHA) von 73.435 ambulanten Covid-19-Patienten, die mindestens die ersten 30 Tag nach der Diagnose überlebten. Als Kontrollgruppe dienten knapp 5 Millionen VHA-Versicherte ohne Covid-19. Die Beobachtungszeit lag im Mittel bei 126 Tagen.

Die Analyse der Daten zeigte für Menschen in den ersten sechs Monaten nach Covid-19-Erkrankung eine deutlich erhöhte Mortalität im Vergleich zur Kontrollgruppe (HR 1,59). Daraus errechneten die Forscher eine Exzessmortalität von 8,39 Todesfällen auf 1.000 Covid-19-Fälle innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose.  

Folgende gesundheitliche Probleme konnte die US-Wissenschaftler feststellen:

Respirationstrakt: Hier war die Exzessmorbidität am höchsten. 28,51 pro 1.000 Covid-19-Patienten wiesen Symptome im Bereich der Atemweg auf, bei 3,37 von 1.000 kam es zu einem respiratorischen Versagen. Der Gebrauch von Bronchodilatatoren, Antitussiva, Expektoranzien, Antiasthmatika und Glukokortikoiden war deutlich erhöht. 

Nervensystem: Hier lag die Exzessbelastung bei 14,53/1.000 Covid-19-Patienten – am häufigsten waren neurokognitive Störungen, andere Störungen des Nervensystems und Kopfschmerzen.

Psychische Gesundheit: Nachgewiesen wurde eine deutlich erhöhte Rate an Schafstörungen, Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Der Gebrauch an Analgetika, Antidepressiva, Benzodiazepinen und Anxiolytika war erhöht.

Metabolische Störungen: Hier fiel eine erhöhte Rate an Dyslipidämien, Diabetes und Adipositas und ein erhöhter Verbrauch an Medikamenten zur Behandlung dieser Erkrankungen auf.

Gestörtes Allgemeinbefinden: Überlebende Covid-19-Pateinten klagten häufiger über Abgeschlagenheit und Fatigue, Muskelbeschwerden und muskuloskelettale Schmerzen. Auch eine Anämie war häufiger nachweisbar.

Gastrointestinaltrakt: Vermehrte Störungen wurden im Bereich von Ösophagus, Magen und Darm nachgewiesen.

Andere Erkrankungen: Auch die Rate an Lungenembolien, Hauterkrankungen, Arthralgien und Arthritis blieb über 6 Monate erhöht.

Die Exzessmorbidität war hier in allen Bereichen deutlich höher als nach einer durchgemachten Influenza, wie die Autoren ebenfalls nachweisen konnten. Die Daten bestätigen noch einmal, dass Covid-19 Patienten noch für einen längeren Zeitraum im Auge behalten werden müssen.

  1. Al-Aly, Z., Xie, Y. & Bowe, B. High-dimensional characterization of post-acute sequalae of COVID-19. Nature 2021; DOI: https://doi.org/10.1038/s41586-021-03553-9

Bildquelle: © gettyImages/Inside Creative House

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