16. April 2020

Ab sofort Pflicht für Kliniken

Tagesaktuelle Bettenmeldung an das DIVI-Intensivregister

Ab sofort müssen Kliniken mit Intensivstation jeden Tag bis 9 Uhr ihre aktuellen Bettenkapazitäten an das DIVI-Intensivregister melden. Eine entsprechende Verordnung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor wenigen Tagen erlassen, die Übergangsfrist endet heute. Die Datenmeldungen müssen Kliniken gegenüber den eignen Landesbehörden wöchentlich dokumentieren.1

Lesedauer: 2,5 Minuten

DIVI-Intensivregister: Auch für politische Entscheidungsträger wichtig

Prof. Uwe Janssens, Präsident der <span>DIVI</span>. Foto: © Mike Auerbach
Prof. Uwe Janssens, Präsident der DIVI. Foto: © Mike Auerbach

„Schon in den vergangenen Tagen haben sich rund 1.000 Kliniken gemeldet und überwiegend täglich Daten aktualisiert. Die neue Verordnung ist ein wichtiger Baustein, um fortan tagesaktuell valide Zahlen für das gesamte Bundesgebiet zu erhalten“, sagte Professor Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. „Darüber hinaus können sich politische Entscheidungsträger zukünftig an den Daten des DIVI-Intensivregisters orientieren.“ Laufend aktualisierte Zahlen finden Sie unter: www.intensivregister.de.

Intensivstationen: Behandlungskapazitäten täglich bis 9 Uhr melden

Aus der neuen sogenannten „DIVI-Intensivregister-Verordnung“ des Bundes geht hervor, dass Kliniken ihre intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten fortan täglich bis 9 Uhr morgens an das DIVI-Intensivregister melden müssen. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der bereits belegten Betten, die Anzahl der insgesamt belegbaren Betten sowie eine Einschätzung dazu, wie viele Neuaufnahmen in den kommenden 24 Stunden möglich wären. Darüber hinaus werden auch die Kapazitäten an nicht-invasiven und invasiven Beatmungsmöglichkeiten abgefragt. Auch vorhandene Plätze zur zusätzlichen extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) werden im DIVI-Intensivregister erfasst. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, müssen Krankenhäuser einmalig die Zahl ihrer aufgestellten Intensivbetten zum Stand 1. Januar 2020 zu melden. Ebenfalls zu übermitteln sind die Anzahl von Patienten mit einer Covid-19-Infektion, die intensivmedizinisch behandelt werden, die beatmet werden oder die seit dem 1. Januar 2020 aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

Geplant sind valide Prognosemodelle zur Auslastung von Intensivstationen

Derweil planen die Wissenschaftler hinter dem Intensivregister schon die nächsten Schritte: „Unser nächstes großes Etappenziel ist das Bereitstellen von validen Prognosemodellen für die gesamte Bundesrepublik. Anhand derer kann die Auslastung von Intensivstationen sowie die Entwicklung von intensivmedizinischen COVID-19-Behandlungen für einige Wochen vorausgesagt werden“, sagt Professor Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge – Respiratorisches Versagen“, die das Register maßgeblich vorangetrieben hat. Zudem ist er Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim.

Ziel sei, diese Prognosemodelle auf Basis der Intensivregister-Daten sowie bekannter Inkubationszeiten und der Dauer notwendiger Patienten-Beatmungen bis Ende April zur Verfügung zu stellen. „Dies ist auch elementar wichtig, um der Politik ein hilfreiches Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem über eine mögliche Lockerung oder Beibehaltung der aktuellen Einschränkungen entscheiden können“, so Karagiannidis. Darüber hinaus entwickeln die Experten derzeit Kartenmodelle, aus denen sich die exakte Situation in einzelnen Landkreisen ablesen lässt.

Kliniken müssen Daten-Lieferung wöchentlich gegenüber Landesbehörde melden

Zum Erfolg der Prognosemodelle tragen die tagesaktuellen Daten der einzelnen Kliniken mit Intensivstationen maßgeblich bei. Neben der Registrierung im DIVI-Intensivregister müssen die teilnehmenden Kliniken auch einmal wöchentlich der eigenen Landesbehörde für die Krankenhausplanung nachweisen, dass sie die Daten täglich übermittelt haben.

  1. COVID-19-Behandlung: Tagesaktuelle Klinik-Bettenmeldung an das DIVI-Intensivregister ab sofort Pflicht; Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin; 16.04.2020.

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