29. September 2021

Gegen SARS-CoV-2

Kartierung des Spikeproteins hilft bei Suche nach potenten Antikörpern

Durch Mutationen entstehen immer neue Varianten von SARS-CoV-2. Sie unterscheiden sich v.a. in der Zusammensetzung des Spike-Proteins, die nun kartiert wurden.

Lesedauer: 1 Minute

Autorin: Maria Weiß, Redaktion: Sebastian Schmidt

Damit einher geht nicht nur ein verändertes Übertragungsrisiko – die Mutationen können auch widerstandsfähiger gegen Antikörper oder Impfungen sein. Ein internationales Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, für alle bisher bekannten Varianten von SARS-Co-2 anhand der Rezeptor-bindenden Domänen (RBD ) und der N-terminalen Enden (NTD) des Spikeproteins zu kartieren und ihr Verhalten in Bezug auf Antikörper genau zu entschlüsseln. Ziel ist es dabei, basierend auf diesen Ergebnissen gezielte präventive und therapeutische Strategien zu entwickeln.

Schon für in der Pandemie konnten Antikörper bei COVID-19-genesenden isoliert werden. Die entsprechenden Gene wurden isoliert, was eine Herstellung größerer Antikörpermengen in rekombinanten Zellen erlaubt. Einige Antikörper wurden bereits bei COVID-19 zugelassen, allerdings nur in Kombinationen von zwei Antikörpern.

350 neutralisierende Antikörper untersucht

Im Rahmen des Konsortiums wurden weltweit 350 neutralisierende Antikörper gegen das RBD oder Spike-Protein von SARS-CoV-2 isoliert, die mit dem ACE2-Rezeptor um die Bindungsstelle konkurrieren oder die Bindung durch räumliche Nähe verhindern. Die Antikörper wurden eingeteilt in sieben Gruppen, die sich gegen strukturell verschiedene RBD-Klassen und drei Gruppen, die an unterschiedlichen NTD-Gruppen richten.

Die Kartierung erlaubt jetzt, diejenigen Antikörper herauszufischen, die aktuelle Virusvarianten neutralisieren und gute Chancen haben, auch gegen zukünftige Varianten etwas ausrichten zu können. Dies wäre z.B. der Fall, wenn sie sich gegen mehrere Epitope richten, die Corona-Viren nicht verändern können, ohne ihre Stabilität einzubüßen. Durch die Kartierung könnte bei neuen gefährlichen Varianten die Zeit bis zur Entwicklung von Antiköpern zur Prävention und Therapie deutlich verkürzt werden.   

  1. Kathryn M. Haste et al; Defining variant-resistant epitopes targeted by SARS-CoV-2 antibodies: A global consortium study; Science (2021); DOI: 10.1126/science.abh2315

Bildquelle: © Getty Images / TUMEGGY/SCIENCE PHOTO LIBRARY

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