23. Dezember 2021

Impfdurchbrüche

Auch Vorerkrankte ohne gravierende Lungenbefunde

Eine retrospektive Studie von US-Radiologen bestätigt noch einmal, dass sich die SARS-CoV-2-Impfung in jedem Fall lohnt. Die Mehrheit der Patienten, die nach einem Impfdurchbruch stationär wegen Covid-19 versorgt werden mussten, zeigten keine gravierenden Lungenveränderungen in der Bildgebung (Radiology, 2021) 1.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Insgesamt führen Covid-19-Erkrankungen nach vollständiger Impfung nur sehr selten zu Klinikeinweisungen. US-Radiologen um Rydhwana Hossain von der Abteilung für Radiologie an der University of Maryland School of Medicine in Baltimore, USA, haben in ihrer Einrichtung insbesondere die Lungenbefunde bei acht solcher stationär behandelten Durchbruchinfektionen genauer analysiert.  

Patienten mit Vorerkrankungen oder immunsupprimiert

Die vollständig geimpften Patientinnen und Patienten waren im Mittel 54 Jahre alt und 6 (63 %) von ihnen waren zum Zeitpunkt der Diagnose immunsupprimiert und hatten weitere Komorbiditäten wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen oder Malignome. 6 hatten den Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten, einer Moderna und einer Johnson & Johnson.

Im Mittel verbrachten die Pateinten 13,5 Tage im Krankenhaus (4 bis 31 Tage) – 6 der 8 Patienten waren zum Ende der Nachbeobachtungszeit wieder zu Hause. 2 der 8 Patienten mussten intensivmedizinisch betreut werden – beide waren immunsupprimiert. Zum Ende der Nachbeobachtung mussten beide Patienten nicht mehr beatmet werden und einer war auf die Normalstation gewechselt. Todesfälle traten nicht auf.

Keine gravierende Lungenveränderungen

Vier der sieben bei stationärer Aufnahme durchgeführten Röntgenaufnahmen der Lunge waren unauffällig. Nur bei einer der Patientinnen auf der Intensivstation verschlechterte sich dieser Befund während des Klinikaufenthaltes. Bei 5 Patienten war auch ein Thorax-CT durchgeführt worden. In 3 Fällen zeigten sich hier die charakteristischen peripheren Milchglastrübungen, bei 2 diffuse Eintrübungen und in 2 Fällen ein Pleuraerguss. Bei 2 Patienten wurde das CT nach 2 bzw. knapp 4 Wochen wiederholt – hier waren die Befunde deutlich rückläufig.  

Die Studie zeigt somit, dass die vollständige Impfung mit einem mRNA-Impfstoff auch zweifach Geimpfte mit Vorerkrankungen vor einem schweren Verlauf mit bleibenden Lungenveränderungen schützen kann. Ob dies auch bei den jetzt drohenden Varianten der Fall sein wird, ist aber unklar.

Hossain R et al. Chest Radiograph and CT Findings in Patients Hospitalized with Breakthrough COVID-19. Radiology (2021); DOI:  https://doi.org/10.1148/ryct.210248.

Bildquelle: © Getty Images/ER Productions Limited

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