05. Juni 2020

Covid-19

Hamster in Hongkong belegen Schutzwirkung von Masken

Schon vor der Veröffentlichung hat die Studie des Hongkonger Professors Yuen Kwok-yung die Aufmerksamkeit der Medien erregt. In einem Experiment an Goldhamstern wollen die Forscher nachgewiesen haben, dass auch chirurgische Masken vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 durch die Luft schützen können. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Studie. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Redaktion: Dr. med. Laura Cabrera

Das Hamstermodell der Covid-19-Erkrankung haben die Forscher in einer kurz zuvor publizierten Arbeit etabliert. 2 Jeweils ein Goldhamster, der mit SARS-CoV-2 infiziert war, wurde in einem geschlossenen Raum zusammen mit drei nicht-infizierten Hamstern untergebracht. Dabei war der infizierte Hamster in seinem eigenen Käfig, die drei gesunden Hamster in einem separaten Käfig daneben. Der Luftstrom ging unidirektional vom infizierten Hamsterkäfig zum Käfig der Probanden-Hamster.

Trennwand simuliert Maske

Mit diesem Aufbau haben die Forscher dann untersucht, ob eine Trennwand, die aus chirurgischen Masken geknüpft wurde, die Infektionsraten senken konnte. Dazu testeten sie zunächst, wie viele Hamster sich ohne eine solche Trennwand ansteckten. Von 15 naiven Hamstern steckten sich 10 Hamster nachweislich mit SARS-CoV-2 auf diese Weise an.

Für die Masken-Trennwand testeten die Forscher zwei Szenarien. Im ersten Versuch stand die Trennwand so, dass die wasserabweisende Außenseite der Maske den noch gesunden Hamstern zugewandt war. Dieser Aufbau sollte eine infizierte Person simulieren, die selbst eine Maske trägt. In diesem Versuchsaufbau wurden lediglich 2 von 12 Hamstern nachweislich infiziert.
Stand die Trennwand andersherum, simulierte damit also das Tragen der Maske zum Eigenschutz, infizierten sich 4 von 12 Hamstern.

Es gilt dabei zu bedenken, dass die naiven Hamster mindestens 4 Tage lang in dem Versuchssystem verbrachten, bevor die Forscher begannen, sie auf eine Infektion zu untersuchen.

Mildere Symptomatik dank Maske?

Hamster, die sich trotz der Trennwand angesteckt hatten, litten jedoch unter milderer Symptomatik als Hamster, die direkt von den Forschern mit dem Virus infiziert worden waren. Zwar könnte dies an der Methodik liegen: den Index-Hamstern wurde unter Narkose eine definierte Virusdosis nasal appliziert, eine Aspiration in die Lunge war hier nicht ausgeschlossen.

Wenig Aussagekraft zur Aerosol-Debatte

Vor kurzem berichtete die coliquio-Redaktion über die Bedeutung von Aerosolen bei der Übertragung von Covid-19 und der Rolle der Maskenpflicht in Deutschland.

Aus dem vorliegenden Experiment lässt sich ableiten, dass die Maskenpflicht durchaus einen sinnvollen Beitrag zum Senken des Übertragungsrisikos leistet. Allerdings, das führen auch die Forscher aus, lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf den Anteil der Übertragung durch Aerosole versus Tröpfchen ziehen.

  1. Chan et al.: Surgical mask partition reduces the risk of non-contact transmission in a golden Syrian hamster model for Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)Clinical Infectious Diseases, ciaa644,
  2. Sia et al.: Pathogenesis and transmission of SARS-CoV-2 virus in golden Syrian hamsters, 01 April 2020, PREPRINT (Version 1) available at Research Square

Bildquelle: © Getty Images/ abalcazar

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