20. August 2021

Covid-19-Pneumonie

CPAP hilft, Intubationen zu vermeiden

Viele Covid-19-Patienten mit einer Pneumonie leiden unter einem Sauerstoffmangel, den man zuerst versucht durch eine nicht-invasive O2-Gabe zu behandeln. In britischen Kliniken wurden Sauerstoffgabe über Nasensonde, HFNO und CPAP miteinander verglichen. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Viele Covid-19-Patienten mit einer Pneumonie leiden unter einem Sauerstoffmangel, den man zuerst versucht durch eine nicht-invasive O2-Gabe zu behandeln. Dies kann mittels einer einfachen Sauerstoffgabe über die Nasensonde oder auch mittels nasaler High-Flow-Therapie (HFNO) oder CPAP-Beatmung (continuous positive airway pressure) erfolgen. In britischen Kliniken wurden die drei Methoden miteinander verglichen.

Die Sauerstoffgabe hat auch das Ziel, eine maschinelle Beatmung auf der Intensivstation zu umgehen oder zumindest hinauszuschieben. Man vermeidet damit die Sedierung, Intubation und zusätzliche Belastung der Lunge durch die Beatmung.

Die CPAP Beatmung wird vor allem beim Schlaf-Apnoe-Syndrom angewandt. Die über eine Maske eingeatmete Luft mit verschiedenen Sauerstoffkonzentration hat hierbei einen leicht erhöhten Druck, was den Zustrom zur Lunge verbessern könnte. Bei der HFNO werden großlumige Nasenkanülen und erwärmtes und befeuchtetes Luft-Sauerstoff-Gemisch eingesetzt. Durchflussrate und Druck sind hier höher als bei einfacher Sauerstoffgabe und es können höhere Mengen Sauerstoff verabreicht werden. 

In der RECOVERY RS-Studie wurden die drei Strategien bei 2.272 Covid-19 Patienten aus 48 britischen Kliniken verglichen. Primärer Endpunkt war die Notwendigkeit einer invasiven maschinellen Beatmung oder Tod innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der Behandlung.

CPAP erspart vielen künstliche Beatmung

Hier erwies sich die CPAP-Beatmung als signifikant überlegen gegenüber der herkömmlichen Sauerstoffgabe. Der primäre Endpunkt trat in der CPAP-Gruppe bei 137 von 377 Patienten (36,3 %) ein im Vergleich zu 158 von 356 (44,4 %). Das Risiko für den primären Endpunkt wurde somit um 28 % gesenkt. Dies war vor allem auf die Vermeidung der maschinellen Beatmung zurückzuführen (33,4  vs. 41,6 %) – der Unterschied in der Mortalität (18,8 vs. 20 %) war nicht signifikant.

Die HFNO zeigte keine signifikante Verbesserung im Vergleich zur konventionellen Sauerstoffgabe – 44,4 vs. 45.1 % erreichten hier den primären Endpunkt.

Auch wenn die CPAP-Beatmung die Mortalität in dieser Studie nicht gesenkt hat, erspart sie doch einem Teil der Patienten die maschinelle Beatmung und entlastet damit die Intensivstation, so das Fazit der Autoren. HFNO ist dagegen nicht zu empfehlen – zudem hier der Sauerstoffverbrauch auch noch sehr hoch ist.

  1. Gavin D. Perkins et al; An adaptive randomized controlled trial of non-invasive respiratory strategies in acute respiratory failure patients with COVID-19; BMJ MedRxiv (2021); doi: https://doi.org/10.1101/2021.08.02.21261379

Bildquelle: © gettyImages/Perboge

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