17. April 2020

Covid-19

Verlauf und Beatmung: Überblick über die Evidenz

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hat heute ein Positionspapier veröffentlicht, das die derzeit bestehenden Empfehlungen und Forschungsergebnisse zu Verlauf und Therapie der schweren Covid-19-Erkrankung evaluiert. Dabei gingen die Autoren anhand der anerkannten AWMF-Kriterien vor, um die vorhandene Evidenz zu beurteilen. 1

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Dr. med. Laura Cabrera

Verlaufsmodell der Covid-19-Erkrankung

Die Erkrankung verläuft in drei Phasen:

  1. Frühe Phase
  2. Phase mit pulmonaler Beteiligung (Covid-19-Pneumonie)
  3. Phase der hyperinflammatorischen Erkrankung

Krankheitsbeginn: Der Zeitraum, in dem sich der weitere Krankheitsverlauf entscheidet (Ausheilung vs. Verschlechterung), liegt zwischen Tag 8 und 12 nach Erkrankungsbeginn. Im Positionspapier ist der Krankheitsbeginn definiert als der Beginn des Fiebers bzw. der grippeähnlichen Symptome.

Covid-19-Pneumonie: Die Autoren definieren für die pulmonale Beteiligung den Begriff der „Covid-19-Pneumonie”. Diese besteht, wenn beim Patienten sowohl radiologische Infiltrate sichtbar sind als auch Luftnot besteht. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, besteht eine Indikation für die Klinikeinweisung. Wenn im Röntgenthorax keine Infiltrate sichtbar sind, kann im Ermessen des Behandlers ein CT erwogen werden.

Die Covid-19-Pneumonie wird in zwei Phasen gegliedert:

  • der frühe L-Typ, der mit Sauerstoff-Unterstützung kompensiert werden kann;
  • der spätere H-Typ, der in 20% der Krankheitsfälle vorkommt. Der H-Typ entspricht einem schweren Verlauf mit der Gefahr einer kritischen Verschlechterung.

Die beiden Typen bilden die Grundlage für weitere Therapieentscheidungen.

Kardiale Belastung durch Infektion und Embolien

Bei der Covid-19-Pneumonie spielen kardiale Komorbiditäten nicht nur als Vorerkrankung eine Rolle. Auch durch die systemische Entzündungsreaktion selbst kann die Infektion sich kardial manifestieren. Zusätzlich ist die schwere Covid-19-Pneumonie mit Lungenembolien assoziiert, allerdings ist unklar ob es sich um thrombo-embolische Ereignisse oder in-situ-Thrombosen handelt.

Einschätzung des Schweregrades

Bei einer Covid-19-Pneumonie gilt es, das Ausmaß der respiratorischen Insuffizienz einzuschätzen. Dies muss mit einer arteriellen oder kapillären Blutgasanalyse unter Raumluft geschehen. Auch das Sauerstoffangebot sollte berechnet werden. Für die klinische Einschätzung ist der qSOFA-Score nützlich. Zusätzlich zum Monitoring der respiratorischen und hämodynamischen Parameter sollten mindestens folgende Laborwerte erhoben werden:

  • D-Dimere
  • CRP
  • PCT
  • Thrombozyten
  • LDH
  • Troponin
  • Ferritin
  • NT-ProBNP

Wichtig: Patienten mit einer Covid-19-Pneumonie, die noch gut kompensiert sind, können innerhalb weniger Stunden einen kritischen Sättigungsabfall erleiden. Darum ist ein engmaschiges Monitoring Pflicht.

Detaillierte Informationen über die Verlaufsbeobachtung und die Beatmungstherapie finden Sie im Positionspapier der DGP.

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