12. März 2021

Neue Corona-Mutante in Brasilien: Rasche Ausbreitung suggeriert hohe Aggressivität

Eine brasilianische Variante von SARS-CoV-2 scheint nicht nur deutlich ansteckender zu sein – auch Reinfektionen bei Genesenen sind offensichtlich möglich.1,2

Lesedauer: 1,5 Minuten

P1-Linie setzt sich durch

In der Amazonas-Region Manaus hatte schon die erste Welle besonders stark zugeschlagen und zu einer hohen Durchseuchung mit SARS-CoV-2 geführt. Eine zweite Welle traf die Region dann zwischen Dezember 2020 und Januar 2021. Mit Genom-Sequenzierungen konnte nachgewiesen werden, dass diese Welle überwiegend von der sogenannten P1-Linie bestimmt wird, einer „Variant of concern“ (VOC) die sich in Brasilien und anderen Ländern zunehmend verbreitet.

Forscher aus São Paulo gehen davon aus, dass die neue P1-Linie um den Faktor 1,4 bis 2,2 leichter übertragbar ist als früher zirkulierende Varianten. Sie konnten in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom Imperial College London und der University of Oxford 17 Mutationen nachweisen – davon sind drei virologisch relevant und betreffen die Spikeproteine (K417T, E484K and N501Y). Diese Veränderungen sind mit einer erhöhten Bindungsfähigkeit an den ACE-Rezeptor verbunden, was die Übertragung erleichtert. Einiges deutet in Manaus auch auf eine erhöhte Mortalität der neuen Variante hin – dies könne aber auch auf den Kollaps des Gesundheitssystems in dieser Region zurückzuführen sein.

Variante scheint Immunität zu umgehen

Die brasilianische Mutation scheint zu 25 – 61 % die protektive Immunität nach Infektionen mit der früheren SAR-CoV-2 Variante zu umgehen. Nach statistischen Analysen zirkuliert die P1-Linie seit November 2020 in Manaus. Weltweit wurde die neue Variante bereits in 20 Ländern nachgewiesen, darunter auch in Großbritannien. 

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