18. Juni 2021

Schwere Covid-19-Verläufe

Routinemäßige ASS-Gabe bringt keinen Vorteil

Die Überlebenschancen von Patienten und Patientinnen mit Covid-19 mit einer einfachen Aspirintablette zu verbessern, klingt verlockend. Leider hat sich diese Maßnahme jetzt in einer Studie als weitgehend unwirksam erwiesen. 1,2

Lesedauer: 1 Minute

Autorin: Maria Weiß

Da die vermehrte Thromboseneigung bei Betroffenen mit schweren Covid-19-Verläufen pathophysiologisch eine wichtige Rolle spielt, lag die Idee einer antithrombotischen Therapie mit ASS nahe. In der randomisierten RECOVERY-Studie wurde die zusätzliche Gabe von 150 mg/d ASS bei insgesamt 14.892 stationären Patienten und Patientinnen mit der alleinigen Standardtherapie verglichen.

Das Ergebnis: Die ASS-Gabe änderte nichts an der 28-Tage Mortalität, die in beiden Gruppen bei 17 % lag. Auch auf die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung hatte ASS keinen Einfluss. Geringe Vorteile der ASS-Therapie zeigten sich bei der Dauer des Krankenhausaufenthalts (im Mittel 8 vs. 9 Tage) und bei der Rate an Patienten, die innerhalb von 28 Tagen lebend aus dem Krankenhaus entlassen wurden (75 vs. 74 %). Auch thromboembolische Komplikationen wurden etwas vermindert

Angesichts einer erhöhten Rate an schwerwiegenden Blutungen unter ASS rechtfertigen diese Vorteile aber keine flächendeckende Therapie aller stationären Covid-19-Erkrankten mit dem Thrombozytenaggregationshemmer, schreiben die Autoren.

  1. Horby P et al. Aspirin in patients admitted to hospital with COVID-19 (RECOVERY): a randomised, controlled, open-label, platform trial; medRxiv 2021; DOI: https://doi.org/10.1101/2021.06.08.21258132
  2. Kardiologie.org: ASS hilft nicht bei COVID-19

Titelbild: © GettyImages/spxChrome

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