30. April 2020

coliquio-Podcast

Arztgesundheit in Zeiten von Covid-19

Herzlich willkommen zum coliquio-Podcast – wir besprechen, was Ärzte bewegt. In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema Arztgesundheit in Zeiten von Corona. Mit dabei: Eine Studie, die Ärzten Gehör verschaffen soll und eine Expertin, die für mehr Selbstfürsorge bei Ärzten wirbt.

Redaktion: Dr. Nina Mörsch und Marc Fröhling

Mehr zum Thema Arztgesundheit in Zeiten von Covid-19 lesen Sie in unserer Themenübersicht „Als Arzt gesund bleiben – trotz Covid-19“. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme an der VOICE-Studie finden Sie im Beitrag „Ihre Stimme zählt: Studie zur Belastung von medizinischem Personal“. Die Meldung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) finden Sie hier.  

Wir freuen uns über Ihr Feedback. Schreiben Sie einfach an podcast@coliquio.de.

  • Herzlichen willkommen beim coliquio Podcast – das Update. Wir besprechen, was Ärzte bewegt. Es gibt viele Medizinpodcasts inzwischen. Wir wollen in dieser Runde wollen den Fokus aber klar auf die Themen setzen, die bei uns in der größten deutschsprachigen Ärztecommunity diskutiert werden. 

    Für Ärzte gehört der Umgang mit enormen Belastungen zum täglichen Alltag in Kliniken und  Praxen. Wir widmen deshalb unsere heutige podcast-Ausgabe dem Thema Arztgesundheit in Zeiten von Corona. Dazu spreche ich heute mit 2 meiner Kollegen aus der Medizinredaktion bei coliquio, Nina Mörsch und Marc Fröhling. 

    Katja Angermeier: Hallo Nina, hallo Marc, ihr habt diese Woche viel recherchiert und geschrieben zur aktuell besonders großen Belastung der Ärzte…  
     

    Nina Mörsch: Genau, es ging bei uns um die Belastung, aber auch um Arzt-Gesundheit und das speziell in Bezug auf die Covid-19-Pandemie. Auf der einen Seite steht hier die hohe physische und psychische Belastung – besonders wenn es bei immer mehr Patienten zu vielen schweren und letalen Krankheitsverläufen kommt.  

    Marc Fröhling: Auf der anderen Seite stehen aber ganze Stationen leer, Praxen sind geschlossen. Hier müssen sich Kollegen plötzlich mit Themen wie Kurzarbeit oder dem Wegfall der Kinderbetreuung beschäftigen - also Dinge, die auch bei uns im Forum immer wieder rege diskutiert werden.

    Katja Angermeier: Gibt es dazu schon Studien?   

    Nina Mörsch: Es gibt tatsächlich bereits aktuelle Studienergebnisse aus China, die die gesundheitlichen Auswirkungen der psychischen Belastung von Medizinern während das Covid-19-Ausbruchs in China untersuchen. Die Forscher berichten da von enormen mentalen Belastungen und auch über Schlafstörungen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen.  

    Katja Angermeier: Wie man mit Belastung umgeht ist ja auch ein bisschen eine Mentalitätsfrage. Lassen sich diese Studiendaten übertragen auf die Situation hier bei uns?  

    Nina Mörsch: Ja, auch hier wird bereits Alarm seitens der Fachgesellschaft geschlagen, was die psychische Belastung von Ärzten insbesondere in den Kliniken angeht. Und hier fordert zum Beispiel die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin entsprechende psychologische Versorgungsstrukturen aufzubauen, um Ärzte und Ärztinnen mit ihrem Erlebten nicht alleine zu lassen.  

    Marc Fröhling: Deswegen warten wir gespannt auf die Ergebnisse der Arbeit von Dr. Lucia Jerg und Dr. Petra Beschoner. Die beiden gelten als echte Hausnummern in der Forschung zur Belastung von Ärzten in Deutschland. Und mit den beiden haben wir ein Interview geführt zu ihrer VOICE Studie. 

    Katja Angermeier: Um was geht’s in der Studie?    

    Nina Mörsch: Da geht es um eine Befragung, die allen in der Patientenversorgung Tätigen in der Covid-19-Pandemie eine Stimme geben möchte. Ärzte können hier zum Beispiel angeben, wie sie die Arbeitsbedingungen einschätzen und welche Belastungen sie erleben. Um eine Chance auf rasche Unterstützung zu haben, müssen die spezifischen Belastungen zeitnah und breit erfasst werden. Befragt wird anonym und online, eine Teilnahme dauert etwa 15 Minuten. 

    Katja Angermeier: Ich würde sagen, wir verlinken die Möglichkeit zur Teilnahme in den Shownotes unter dieser Folge und im Artikel dazu. Solche Verlinkungen wollen wir ab sofort nutzen, damit Sie noch einfacher von diesem Podcast dahin kommen, wo sie weiterlesen – oder eben an so einer Umfrage teilnehmen können.  

    Ich würde noch gern einen Blick ins coliquio-Forum werfen, was wird dort gerade diskutiert.   

    Marc Fröhling: Da ging’s diese Woche um ganz praktische Probleme wie darum, wie man am besten die Abstandsregelung im Wartezimmer einhält. Beim Thema Kurzarbeitergeld gibt’s aktuell noch viele Unklarheiten, hier haben auch viele Ärzte ihrem Ärger Luft gemacht diese Woche. Ich bin mir sicher, dass uns viele finanzielle Themen noch einige Wochen bleiben werden.  

     Katja Angermeier: Zum Schluss würde ich auch heute gern wieder einen Ausblick geben, was ihr grade redaktionell vorbereitet.  

    Marc Fröhling: Wir interviewen nächste Woche einen Medizinhistoriker, der für uns die Covid-19-Krise einordnet. Spannend wird da vor allem sein, Vergleiche mit anderen Pandemien aufzumachen – und wie früher auf solche Epidemien reagiert wurde.  

    Katja Angermeier: Nina, bei dir wird gerade aus Feedback auf unsere erste Podcast-Folge ein neuer Artikel! 

    Nina Mörsch: Ja, richtig. Dr. Sabine Werner hat unseren podcast gehört und mich daraufhin kontaktiert. Sie arbeitet seit vielen Jahren in der Schweiz als Fachärztin für Dermatologie und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Resilienz. Sie ist aber auch als Mitarbeiterin von ReMed, einem Netzwerk, das Ärzte und Ärztinnen in der Schweiz in Krisensituationen Hilfe anbietet.  

    Katja Angermeier:  Du hast ja gestern mit ihr ein Interview aufgezeichnet. Was hat sie dir über Krisenbewätigung erzählt?  

    Nina Mörsch: Sie hat ein finde ich schon recht realistisches Bild gezeichnet, wie viele Ärzte mit Stress umgehen. Sie sagt nämlich, dass viele gar nicht nicht gewohnt sind, dass auch Ihnen jemand zuhört und es nicht nur andersrum ist.  Sie selber begleitet mit ReMed Ärzte über Coaching aus Krisen heraus. Frau Werner wirbt dabei vor Allem für mehr Selfcare. Das klingt so einfach, fällt aber besonders den Ärzten die sie berät, richtig schwer. Weil Ärzte sich oft zu weit hintenanstellen. Sie hat im Gespräch ein gutes Beispiel gebracht, wie sie es man es stattdessen machen sollte: 

    Einspielung 

    Nina Mörsch: Wie sowas aussehen kann, darüber schreibe ich gerade einen Artikel, der Anfang nächster Woche erscheinen wird bei uns. Das sind Tipps, die helfen nicht nur bei großen Krisen sondern auch bei Dauer-Themen wie Stress am Arbeitsplatz, Überlastung oder Burnout.  

    Katja Angermeier: Vielen Dank Nina und Mark für die Ein- und Ausblicke. Wenn Sie uns sagen wollen, welche Themen Sie besonders interessieren oder wenn Sie eine spannende Geschichte für uns haben – melden Sie sich gern bei uns. Das geht ganz einfach per Mail unter podcast@coliquio.de. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch bei unserer nächsten Ausgabe des coliquio-podcasts dabei wären. Alles Gute bis dahin und bleiben Sie gesund! 

    Dieser Podcast wird produziert von der coliquio Redaktion. Aufgezeichnet wurde am 30. April 2020. Redaktion: Dr. Nina Mörsch, Marc Fröhling. Moderation Katja Angermaier.

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