24. Februar 2021

„Die Chirurginnen e.V.“: Mehr Sichtbarkeit für Frauen in chirurgischen Berufen 

Der neugegründete Verein „Die Chirurginnen e.V.“ möchte Frauen in chirurgischen Berufen vernetzen und unterstützen. Das Angebot richtet sich an alle Frauen, die chirurgisch tätig sind oder waren sowie an interessierte Studentinnen. 

Lesedauer: 1,5 Minuten

Frauen in der Chirurgie: Fehlende Vorbilder & Strukturen 

Seit Jahren schreiben sich mehr Frauen als Männer für ein Medizinstudium ein. Im Wintersemester 2019/2020 betrug der Frauenanteil im Fach Humanmedizin 62,5%. Dennoch bangt gerade die Chirurgie wie kein anderes Fach um Nachwuchs. Während die Zahl der Assistenzärzte und –ärztinnen noch weitgehend ausgeglichen ist, zeigt sich ab der Facharztebene – vor allem aber in der Ober- und Chefarztetage – ein ganz anderes Bild. So beträgt der Frauenanteil bei chirurgischen Fachärzten in leitender Position nur 7,3%.1,2 

Neben zu geringen Aufstiegschancen erklärt sich diese Unterrepräsentanz dadurch, dass es vielen Frauen an Vorbildern und Strukturen fehlt, in denen sie Unterstützung erfahren und ein Austausch auf Augenhöhe herrscht. Hier setzt die Arbeit des von Berufsverbänden und Fachgesellschaften unabhängigen Vereins „Die Chirurginnen e.V.“ an. Frei nach dem Motto „Gemeinsam einfach besser“ ist ein Ziel des Netzwerks, Frauen in chirurgischen Berufen mehr Sichtbarkeit zu verleihen.   

„Wir wollen gesellschaftliche Stereotypien aufbrechen“ 

Frauen sollen in allen Aspekten der Chirurgie wahrgenommen werden. Chirurginnen, die es an die Führungsspitze geschafft haben, wollen ihre Erfahrungen mit den jüngeren teilen und über eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit auch nach außen sichtbar werden. Ziel ist es, noch immer verbreitete Stereotypien (Chirurg = Mann) allmählich aufzubrechen und den Frauen auf dem Weg in und durch die chirurgische Ausbildung zur Seite zu stehen. Über ein Mentoring-Programm sollen Kolleginnen in ihrer klinischen und wissenschaftlichen Karriereplanung unterstützt und gefördert werden. In dem Verein sind bereits erfahrene Chirurginnen, die für die Nächstjüngeren als Rollenmodell zur Verfügung stehen und eine helfende Hand bereitstellen. 

Gewaltige Resonanz auf Initiative    

Abb. 1: Prof. Dr. med. Katja Schlosser
Abb. 1: Prof. Dr. med. Katja Schlosser

Die Vision der Gründerinnen ist der Aufbau eines deutschsprachigen Netzwerkes, das Ärztinnen aus allen chirurgischen Arbeitsfeldern eine Plattform des Erfahrungs- und Wissensaustausches bietet. Die Resonanz hierfür ist gewaltig – seit der Vereinsgründung zu Beginn des Jahres haben sich bereits über 300 aktive Chirurginnen zusammengefunden. Die Präsidentin des Vereins ist Prof. Dr. med. Katja Schlosser, Chefärztin am Agaplesion Evangelischen Krankenhaus Mittelhessen in Gießen. Weitere Informationen zum Verein und die Möglichkeit mitzumachen, finden Sie auf der Vereins-Webseite oder unter der Email kontakt@chirurginnen.com

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