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Chirurgie

09. Okt. 2024
Lehrvideo

Partielle Fasziektomie bei Morbus Dupuytren

Im folgenden Video werden alle wesentlichen Details einer partiellen Fasziektomie bei Morbus Dupuytren in Videosequenzen und Text dargestellt.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Dieser Beitrag von Dr. med. Kirsten Beyermann und Dr. med. Bernhard Rozée erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von webop.de. Redaktion: Marc Fröhling

Perioperatives Management

1. Indikationen

  • Beugekontraktur des MCP- und/oder des PIP-Gelenkes von mehr als 30°
  • Deutliche Einschränkung der Handfunktion

2. Kontraindikationen

  • Lokale oder allgemeine Erkrankungen, die chirurgisch oder anästhesiologisch einer elektiven Operation entgegenstehen bzw. präoperativ verbesserungsfähig sind

3. Präoperative Diagnostik

  • Klinische Untersuchung:
    → Inspektion/Palpation des typischen Dupuytrenschen Gewebes mit Beugefehlstellung des Gelenkes

4. Spezielle Vorbereitung

  • keine spezielle Vorbereitung des Patienten notwendig
  • grundsätzlich ambulanter Eingriff
  • Abklärung Kontraindikation für Blutleere (z.B. liegender Shunt bei Dialyse)

5. Aufklärung

Aufklärung über

  • operative Methode
  • Erweiterungseingriff wie z.B. Rekonstruktion Arterie/Nerv, Hauttransplantat
  • allgemeine Operationsrisiken
    Wundheilungsstörung
    Sehnenverletzung
    Funktionsdefizit Handgelenk/Hand
    CRPS = Morbus Sudeck
  • spezielle Operationsrisiken
    Verletzung Gefäß/Nervenbündel mit entsprechenden Konsequenzen
    Hautnekrose
    Rezidiv
    Aktivierung der Erkrankung
    Narbenkontraktur
    protrahierte Narbenschmerzen (klingen in der Regel nach 6 Monaten ab)

6. Anästhesie

  • Plexusanästhesie
  • Allgemeinanästhesie

7. Lagerung

  • Rückenlagerung
  • Lagerung der Hand auf einem Handtisch
  • Empfohlen: Anlage Oberarmblutleere

8. OP-Setup

  • Der Operateur sollte auf der Seite sitzen, auf der die Führhand mit der Scherenspitze nach distal zeigt
  • Gegenüber sitzt gegebenfalls ein Assistent
  • Die instrumentierende Pflegekraft positioniert sich an der Kopfseite des Handtisches

9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

  • Empfohlen wird die Anlage einer Oberarmblutleere
  • Empfohlen wird die Anwendung einer vergrößernden Optik wie z.B. einer Lupenbrille
  • Hilfreich ist ein Fixierungssystem der Hand (hier Bleihand)
  • Zur Anwendung kommt ein Hand-Instrumentarium, ggf. Mikroinstrumentarium bei Rekonstruktion der Gefäße oder Nerven

10. Postoperative Behandlung

Postoperative Analgesie

Medizinische Nachbehandlung

  • Regelmäßige Wundkontrolle, elastokompressiver Verband (Cave: Einschnürung!) für wenige Tage.
  • Fadenzug nach 14 Tagen

Thromboseprophylaxe

  • entfällt

Mobilisation 

  • sofort

Krankengymnastik

  • Aktive Übungsbehandlung mit ggf. krankengymnastischer Unterstützung mit vollständiger Streckung und Faustschluss der Finger ab 1. postoperativen Tag (beugt Handödem und Fingersteife vor).
  • Ggf. Schienentherapie bzw. spezielle Narbentherapie erforderlich.
  • Spezifische handtherapeutische Maßnahmen bei fortgeschrittenem Befund.

Kostaufbau

  • entfällt

Stuhlregulierung

  • entfällt

Arbeitsunfähigkeit

  • In der Regel 14-21 Tage je nach manueller Tätigkeit (maximal 6 Wochen).

1. Schritt: Planung/Inzision

Dauer: 0,5 Minuten

Anatomische Orientierung durch Tasten und Anzeichnen anatomischer Landmarken: 
Zickzackförmige Inzision von der distalen Interthenarfurche über die distale Hohlhandbeugefurche bis zur Grundgliedbeugefurche des hauptsächlich betroffenen Fingers (hier Kleinfinger). Brunner’sche Inzision im Bereich von Grund- und Mittelglied. Zusätzliche divergierende schräge Inzision über einen Nebenstrang von der distalen Hohlhandbeugefurche bis zur Grundgliedbeugefurche des Ringfingers. 

Scharfe Durchtrennung der Haut.

Leitstrukturen

  • Distale Hohlhandbeugefurche
  • Grundgliedbeugefurche
  • Mittelgelenkbeugefurche
  • Interthenarfurche
  • Haupt- und Nebenstrang 

Bemerkung: Um zukünftig Narbenkontrakturen zu vermeiden, sollte die Schnittführung so geplant werden, dass die Narbe nicht gerade über einer Beugefurche zu liegen kommt.

2. Schritt: Lösen der Haut vom Dupuytrenstrang

Dauer: 1 Minute

Die Haut und das Subktangewebe werden von proximal nach distal vorsichtig vom veränderten Aponeurosegewebe gelöst. Dabei wird die Haut möglichst atraumatisch behandelt (Hauthaken, Ringklemmchen, keine Pinzette!), um Durchblutungsstörungen zu vermeiden.

Cave: Die Haut sollte nicht zu sehr ausgedünnt werden, da es sonst zu Hautnekrosen kommen kann. Sollte der Strang die Kutis infiltrieren, ist eine Resektion mit Haut und Hauttransplantat zu erwägen.

Die Erklärungen und Videos für die Schritte 3 bis 6 sowie viele weitere Informationen zum Vorgehen sind für coliquio-Mitglieder kostenlos bis zum 24.10.2024 auf der Webseite von webop verfügbar.

Schritte 3 bis 6 kostenlos ansehen >>

Über webop:

Dieser Beitrag wird vertreten durch die online-OP-Lehre webop.dedie von Chirurgen für Chirurgen entwickelt wurde. Herzstück der Online-OP-Lehre ist die Darstellung der Operationen in Videosequenzen mit Text- und Bildmaterial, die die einzelnen OP-Schritte als eine didaktische Einheit zeigen.

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