30. Juni 2021

Mysteriöse Bilder in Schwarzweiß: So schön ist das Handwerk der Herzchirurgie

Die französische Fotografin Natacha Sibellas durfte die Arbeit in der Herzchirurgie am Universitätsklinikum CHU Gabriel-Montpied in Clermont-Ferrand begleiten und dokumentieren. Ihre Fotografien zeigen die harte Realität, aber auch die Schönheit der Herzchirurgie.1

Lesedauer: 2 Minuten

Aud den eindrucksvollen Schwarzweiß-Fotos ist ein Bildband entstanden, aus dem einige Aufnahmen in der folgenden Bildergalerie einzusehen sind.

Wie ist das Projekt entstanden?

„Am Anfang des Projekts stand ein Treffen mit dem Herzchirurgen Nicolas d’Ostrevy, der zuvor mein erstes Buch, ein Schwarzweiß-Bildband über die Boxerin Farida El Hadrati mit dem Titel „Du coeur dans les poings“ entdeckt hatte,“ erzählt Natacha Sibellas. Er brachte sie mit Prof. Dr. Lionel Camilleri in Kontakt, der die Abteilung für Herz-Kreislauf-Chirurgie am CHU Gabriel-Montpied in Clermont-Ferrand leitet. Die Fotografin gewann das Vertrauen des Teams und besuchte es regelmäßig im OP. Diese Bilder sind das Ergebnis ihrer zweijährigen Arbeit.

Warum verzichtete die Künstlerin für diese blutigen Szenen auf Farbe?

„Zunächst einmal bin ich eher Schwarzweiß-Fotografin und ich sehe auch das Leben in Schwarzweiß, manchmal mit einem Hauch von Farbe“, antwortet Natacha Sibellas. Aber Black & White steht auch für Eleganz. Sie kann eine Situation entschärfen, die beängstigend ist. Und schließlich wolle sie ein Team ins Rampenlicht rücken, das normalerweise eher im Schatten arbeitet, fügt sie hinzu.

Wie fotografiert man im Operationssaal?

„Die Idee war, dass ich mich natürlich dem Team und seinen Arbeitsabläufen anpasse“, erklärt die Fotografin. Zuerst musste sie die Regeln des sterilen Arbeitens lernen, gut beobachten – und Geduld haben. „Im Operationssaal zu fotografieren ist nicht grundsätzlich ein Problem. Aber man muss sich nicht nur an die Hygiene-Regeln halten, auch die ärztliche Schweigepflicht muss man einhalten. Außerdem sollte man wissen, wo man rumstehen darf und wie man sich notfalls unsichtbar macht. Ideal ist, wenn man sich als Teil des Teams fühlt, in dem jeder seine Rolle spielt. Und das war bei diesen Aufnahmen der Fall.“

Sibellas: „Frauen und Männer, die tagtäglich in den Operationssälen unermüdlich arbeiten“

„Die Hell-Dunkel-Schatten auf den Fotos sollen das Auge auf den wesentlichen Punkt der Operation fokussieren“, sagt Sibellas. „Die handwerkliche Kunst bildet die Grundlage dieser Eingriffe. Aber letztlich sind es die Menschen, Frauen und Männer, die tagtäglich in den Operationssälen unermüdlich arbeiten“, sagt Sibellas. Der Chirurg Camilleri beschreibt die Stimmung im OP so: „Das kalte Licht, die antiseptische Umgebung, die Anspannung und Konzentration, vor uns der nackte Körper – aber das Foto schafft eine andächtige Momentaufnahme und verleiht den Handgriffen eine Eleganz.“

Viele Helfer für die Kunst

„Es liegt auf der Hand, dass wir ohne die Hilfe der Chirurgen und des gesamten Pflegeteams diese dokumentarische Arbeit nicht hinbekommen hätten“, bedankt sich die Künstlerin für die Teamarbeit.

1. Stéphanie Lavaud: Mysteriöse Bilder in Schwarzweiß: So schön ist das Handwerk der Herzchirurgen – eine Fotografin holt ihre Kunst ins Rampenlicht. Medscape; 07.06.2021.

Fotografien: © Natacha Sibellas

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