Sie hat ein knallrotes Auge

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Eine 58-jährige Frau aus dem kanadischen Toronto mit einer bereits bekannten Hashimoto-Thyreoiditis kommt mit einer Hyperkalzämie (2,81 mmol/l; Normbereich 2,2 – 2,6 mmol/l) aufgrund eines primären Hyperparathyreoidismus in die Klinik. Dort erhält sie eine intravenöse Infusion mit 60 mg Pamidronat. Zuvor hatte die Patientin kein Bisphosphonat erhalten.1
Zwei Tage später kommt es bei der Frau zu Schmerzen des rechten Auges, Lichtempfindlichkeit und verschwommenem Sehen. Das Auge ist zunehmend gerötet und es besteht eine periorbitale Schwellung. Nach sechs Tagen stellt sie sich in der Notaufnahme einer Klinik vor.
Das Sehvermögen des linken Auges lag bei 20/30, während vom rechten Auge nur Licht wahrgenommen werden konnte. Es werden eine Proptosis, ein Abduktionsdefizit, ein Hornhautödem und ein Hypopyon (Eiteransammlung in der Vorderkammer des Auges) festgestellt (Abb.1A). Die Sicht auf das posteriore Segment ist eingeschränkt, aber im Ultraschall ist keine Vitritis (Glaskörperentzündung) zu erkennen. Ein CT-Scan der Orbita offenbart eine rechtsseitige diffuse Verdickung der Sklera (Abb.1B).
Die Patientin wird zunächst mit topischem Moxifloxacin, Kortikosteroiden und Cycloplegica behandelt. Im Labor sind infektiöse und inflammatorische Werte negativ, abgesehen von einem erhöhten CRP-Wert (16,4 mg/l; Normbereich < 3 mg/l).
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