19. November 2021

Suizidversuch mit Langzeitfolgen

Eine 52-jährige Frau aus Großbritannien wird bewusstlos in ihrer Wohnung aufgefunden. Mutmaßlich hat sie 14 Tabletten mit 10 mg Oxycodon eingenommen. Die Frau leidet unter Depressionen, Panikattacken und Diabetes mellitus Typ 2. An Medikamenten nimmt sie Mirtazapin ein. Ihr Wert auf der Glasgow-Koma-Skala liegt bei 5/15 (E1V1M3), bei Hypoxie.1

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in der Klinik stellen eine Nieren- und Leberdysfunktion fest. Im Urin können im toxikologischen Screening Opiate nachgewiesen werden. Ein initiales CT des Gehirns ist ohne auffälligen Befund. Mit der Diagnose einer Oxycodon-Überdosis wird die Patientin intubiert und erhält eine Naloxon-Infusion über 48 Stunden. Ein weiteres CT nach 2 Tagen gibt mögliche Hinweise auf eine globale hypoxische Hirnschädigung.

Während der folgenden zehn Tage wird die Intubation und Beatmung aufrechterhalten. Die Behandelnden erwägen eine Organspende, da sie davon ausgehen, dass die Frau versterben wird. Eine Tracheotomie wird am 13. Tag des Klinikaufenthalts durchgeführt und die Patientin auf die Schlaganfall-Station verlegt. Dort wird erneut ein CT des Schädels angefertigt (Abb.1), ebenso ein MRT (Abb.2).

  1. Jones E et al. Lesson of the month: Oxycodone-induced leukencephalopathy: a rare diagnosis. Clinical Medicine 2020; 20(6): 600-602.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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