29. Oktober 2021

Teerstuhl nach Nierentransplantation

Ein 45-jähriger kommt aufgrund von plötzlich auftretenden starken Bauchschmerzen und Teerstuhl in die Klinik. Im Alter von 30 Jahren war ein Diabetes melllitus diagnostiziert worden, gefolgt von einer Vielzahl an Komplikationen, wie orthostatischer Hypotonie und Gastroparese. In seiner medizinischen Vorgeschichte finden sich ebenso Hypertonie, Hyperlipidämie und terminale Niereninsuffizienz, die 3 Monate zuvor durch eine Nierentransplantation behandelt worden ist.1

Zu den gegebenen Immunsuppressiva zählten Prednisolon, Tacrolimus und Mycophenolat-Mofetil. Die Transplantation war kompliziert und zeitweise war eine Dialyse notwendig. Nach der Diagnose einer Antikörper-vermittelten Abstoßung des Spenderorgans wird ein Plasmaaustausch vorgenommen, um die Funktion der transplantierten Niere zu stabilisieren. Immer wieder kommt es zu Hyperkaliämien, die behandelt werden müssen.

In der Klinik werden eine Kaliumblutwert von 6,0 mmol/l und ein Hämoglobinwert von 4,7 g/dl festgestellt. Der Patient verneint die Einnahme von NSAIDs. Die Magenspiegelung zeigt einen 2 cm großen Ulkus im vorderen Bereich des Duodenum, mit erodierten Rand und nekrotischer Basis (Abb.1). Eine Biopsie wird durchgeführt.

Histologisch zeigen sich nicht-polarisierbare Rhombenförmige Kristalle (gelbe Dreiecke), nekrotische Beläge (gelbe Sterne) und Zytomegalievirus (CMV) Inklusionen (gelber Pfeil) in Endothel- und Stromazellen (Abb.2). Es gibt keine Hinweise auf eine Thrombose oder Emboli aus Fibrin oder Cholesterol.

Aufgrund der schwerer werdenden und anhaltenden Bauchschmerzen wird eine Laparotomie durchgeführt. Diese zeigt eine Perforation des Geschwürs, ein Omentum-Patch wird aufgebracht. Im Anschluss befragen die Ärzte den Patienten nochmals nach seiner kürzlich erhaltenen Medikation.

  1. Fung WWS et al. Lessons of the month 3: Duodenal perforation after polystyrene sulfonate. Clinical Medicine 2020; 20(1): 107-109.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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