15. Oktober 2021

Nicht nur Morgenübelkeit

Eine 34-jährige Frau, die in der 17. Woche schwanger ist (Gravida 4; Para 3) wird in die Klinik überwiesen, da sie seit 3 Wochen Probleme beim Gehen hat, zuhause Selbstgespräche führt und visuelle Halluzinationen auftreten. Zwei Monate zuvor hatte sie die Klinik aufgrund Hyperemesis gravidarum aufgesucht. Im Labor wurde damals eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt (T4: 32,32 pmol/l, TSH: 0,008 mU/l).1

Die behandelnde Ärztin verordnet Propylthiouracil, welches die Patientin jedoch nicht verträgt. Auch nach der Klinikentlassung kommt es häufig zu Erbrechen, bis zu zehnmal täglich. Zuvor waren keine Erkrankungen der Schilddrüse bei der Frau oder in ihrer Familie bekannt.

Bei der Untersuchung ist die Patientin dehydriert, lethargisch und verwirrt. Es besteht ein horizontaler Nystagmus und der Gang ist ataxisch. Die Hirnnerven sind intakt und es bestehen keine weiteren neurologischen Defizite. Es liegen keine endokrine Orbitopathie oder ein Kropf vor.

Blutanalysen zeigen eine normochrome, normozytäre Anämie (Hämoglobin: 82 g/l, Leukozyten: 11,4 × 10 9 /l, Thrombozyten: 393 × 10 9 /l) und eine Hypokaliämie (Kalium: 3 mmol/l). Im Urin finden sich Ketonkörper. Die Ärztin lässt ein MRT des Schädels ohne Kontrastmittel anfertigen (Abb.1).

  1. Tong CV. Lessons of the month: Not just morning sickness. Clinical Medicine 2020; 20(5): e204-e205.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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