06. August 2021

Massive spontane Hämatome

Ein 73-jähriger Mann asiatischer Herkunft kommt in eine Klinik in London, da er über starke Schmerzen in Ober- und Unterschenkeln klagt. In seiner Krankengeschichte finden sich eine koronare Herzkrankheit, Hypertonie und Typ 2 Diabetes mellitus. Die Schmerzen in den Beinen beschreibt er als dumpf, welche schrittweise in den vergangenen 5 Monaten zugenommen hatten. Bei Bewegung nehmen die Schmerzen zu und erschweren ihm das Gehen.1

Ansonsten bestehen keine Symptome, es gibt keine Traumata oder Veränderungen der Medikation im vergangenen Jahr. Der Patient nimmt keine NSAIDs, Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer ein. Der Mann lebt allein, ist Nichtraucher und trinkt keinen Alkohol.

Die Untersuchung zeigt Schwellungen an beiden Oberschenkeln, mit blauen Flecken und Purpura (Abb.1 oben). Respiratorisch, abdominell und neurologisch gibt es keine auffälligen Befunde. Es besteht keine tastbare Lymphadenopathie. Sein Mundraum ist in schlechtem Zustand, fast alle Zähne fehlen.

Blutanalysen ergeben eine normozytäre Anämie (Hämoglobin: 7,8 g/dl), erhöhte Entzündungsparameter (CRP: 51,9 mg/l) und eine normale Koagulation und Leberfunktion. Ein CT von Brust, Bauch und Becken zeigt keine weiteren Blutungen. Ein MRT der Oberschenkel wird angefertigt, welches eine diffuse Vergrößerung und Ödeme der Adduktoren zeigt und Hämorrhagien nahelegt (Abb.2).

Während des Klinikaufenthalts entwickeln sich neue Hämatome in den Beinen, welche mit einer Hämoglobinabnahme einhergehen (6,5 g/dl) (Abb.1 unten). Der Patient erhält Erythrozytentransfusionen und Morphin zur Schmerzlinderung.

  1. Fiorini F et al. Lesson of the month 1: Massive spontaneous haematomas in an elderly man. Clinical Medicine 2018; 18(2): 180-182.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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