03. Juli 2020

Gecrackte Lunge?

Ein zuvor gesunder 33-jähriger Mann kommt in die Notaufnahme, da er seit 48 Stunden unter zunehmender Atemnot, trockenem Husten, Brustschmerzen und Fieber leidet. Es besteht keine Hämoptyse und der Patient war zuvor nicht im Ausland. Der Mann raucht seit 20 Jahren regelmäßig Crack (Kokainsalz und Natriumhydrogencarbonat), 3 Tage vor der Klinikeinweisung hat er die Kokaindosis deutlich erhöht.1

Die Sauerstoffsättigung liegt bei 90% und der Patient ist sichtbar tachypnoeisch. Bei der Untersuchung finden sich weder Trommelschlegelfinger noch periphere Anzeichen einer Endokarditis noch auffällige Lymphknoten am Hals. Bei der Auskultation stellen die Ärzte Rasselgeräusche an der Basis beider Lungenflügel fest.

Der Blutausstrich zeigt eine leichte Neutrophilie (10,19 × 10 9 /l), eine normalen Eosinophilen-Wert, normales C-reaktives Protein und eine normozytäre Anämie (Hämoglobin 112 g/l). Die hämatologischen Wert liegen im normalen Bereich und ein Test auf HIV fällt negativ aus.

Eine Thoraxröntgenaufnahme zeigt Verschattungen in den oberen und mittleren Bereichen beider Lungenflügel, mit Konsolidierung in der rechten unteren und der linken mittleren Zone (Abb.1). Es sind jedoch kein Erguss oder Kollaps zu sehen. In der Kontrast-Computertomographie sind ausgedehnte Milchglastrübungen in einer alveolären Verteilung zu erkennen und einem durchgehenden Bronchopneumogramm (Abb.2 ). Die Veränderungen sparen das periphere Lungenparenchym aus. Es gibt keine Hinweise auf eine mediastinale oder axilläre Lymphadenopathie.

Der Patient erhält eine empirische Antibiotikatherapie, aufgrund der Möglichkeit einer atypischen Pneumonie.

  1. Greenberg A et al. Image of the month: All puffed out – a case of crack lung. Clinical Medicine 2017; 17(2): 186-187.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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