25. März 2022

Kleber auf Abwegen?

Eine 46-jährige Frau aus London kommt mit einer akuten alkoholischen Hepatitis in Folge einer Alkohol-bedingten Leberzirrhose in die Klinik. Die Lage wird noch komplizierter durch gastrointestinale Blutungen, eine Koagulopathie und eine hepatische Enzephalopathie. Die Gastroskopie zeigt eine Fundusvarize mit Anzeichen einer kürzlichen Blutung. Die Therapie erfolgt mit einem Venenkleber auf Cyanacrylat-Basis (Histoacryl) und einer Lipiodol-Injektion. Der Zustand der Patientin verbessert sich und es bestehen keine Atemprobleme, Brustschmerzen oder weitere Blutungen.1

Lesedauer: ca. 1 Minute

Im Rahmen einer klinischen Studie wird eine transthorakale Echokardiographie durchgeführt. Diese zeigt eine normale systolische Funktion beider Ventrikel, eine grenzwertige Dilatation des rechten Ventrikels und einen Zufallsbefund einer echogenen Masse im rechten Ventrikel (Abb.1 a). Das Behandlungsteam vermutet einen Thrombus oder eine Herzklappenvegetation, wobei letztere als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt wird.

Ein MRT des Herzens wird durchgeführt, es ist jedoch nicht möglich die Masse zu visualisieren, möglicherweise aufgrund ihrer Mobilität und geringen Größe (Abb.1 b). Eine CT-Pulmonalisangiographie zeigt keine Hinweise auf eine Lungenembolie. Allerdings ist eine Masse mit hoher Radioopazität im rechten Ventrikel zu erkennen, ebenso eine weniger opake Masse in der rechten Lungenarterie (Abb.1 c/d).

  1. Sen G et al. Images of the month 1: Histoacryl glue embolisation to the right ventricle following treatment for gastric varices. Clinical Medicine 2022; 22(2): 163-164.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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