28. Januar 2022

Schreck bei der Transfusion

Eine 57-jährige Frau ohne relevante medizinische Vorgeschichte stellt sich aufgrund von Kurzatmigkeit unter Anstrengung bei ihrem Arzt vor. Von einer Blässe abgesehen, bestehen keine auffälligen Befunde. Ein EKG und ein Röntgenbild des Thorax sind normal (Abb.1). Routineblutuntersuchungen zeigen eine mikrozytäre Anämie (Hämoglobin: 6,8 g/dl, MCV: 70 fl). Das übrige Blutbild, ihre Nieren- und Leberfunktionswerte sind normal. Die Frau soll eine Bluttransfusion erhalten und weiter beobachtet werden.

Lesedauer: ca. 1 Minute

Die erste Einheit der Bluttransfusion erfolgt über zwei Stunden. Nach 75 Minuten der zweiten Einheit kommt es bei der Patientin zu Tachypnoe, Tachykardie und Hypotonie. Die Körpertemperatur steigt auf 38°C. Die Sauerstoffsättigung bei Raumluft fällt rapide auf 60%. Es gibt kein Erythem, Urtikaria oder Bronchospasmen.

Eine Auskultation der Lunge offenbart bilaterale Rasselgeräusche ohne Rhonchi, ein erneutes Röntgenbild zeigt extensive, bilaterale Lungeninfiltrate (Abb.2). Eine respiratorische Insuffizienz wird bei der arteriellen Blutgasanalyse festgestellt.

Die Auskultation des Herzens ist normal und ein 12-Kanal-EKG zeigt eine Sinus-Tachykardie ohne ischämischen Veränderungen. Troponin I ist mit einem Wert von 0,2 ng/ml leicht erhöht 8Referenz >0,06 ng/ml). Der zentrale Venendruck liegt bei 6 cm H2O, Blutkulturen sind negativ. Die transthorakale Echokardiographie zeigt ein normales Bild.

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  1. Aravinthan A et al.Transfusion-related acute lung injury: a rare and life-threatening complication of a common procedure. Clinical Medicine 2009; 9(1): 87-89.

Hinweis der Redaktion: Unser Quizformat “Bild der Woche” basiert auf einem realen Patientenfall, der erstmals im Clinical Medicine Journal des Royal College of Physicians veröffentlicht und uns freundlicherweise überlassen wurde.

The Royal College of Physicians has not checked the accuracy of this translation. Before making any clinical use of this material, please refer to the original version.

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