31. Oktober 2019

Praxisübertragung – aber richtig!

Wer seine Praxis verkaufen möchte, sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten einer Praxisübertragung sinnvoll sind. Wer einen Nachfolger vorab in die Praxis aufnimmt und selbst noch mitarbeitet, ist bei der Abgabe klar im Vorteil. Welche 4 Gestaltungsmodelle hier möglich sind, erläutert Ihnen unser Rechtsexperte. Sie wollen mehr? Tipps für eine erfolgreiche Praxisabgabe können Sie hier kostenlos anfordern.

Lesedauer: 3 Minuten

1. Weiterbildungsassistenz

Viele Nachfolger haben bereits während ihrer Weiterbildungszeit die Praxis des Abgebers kennengelernt und diese anschließend übernommen. Für Praxisabgeber empfiehlt es sich deshalb, eine Genehmigung zur Beschäftigung eines Weiterbildungsassistenten zu beantragen. Die Weiterbildung kann dann mit der Perspektive auf eine Praxisübernahme durchgeführt werden.

2. Zulassungshalbierung

Häufig möchte der Praxisabgeber seine Sprechstunden reduzieren und mit dem Nachfolger noch eine Weile zusammenarbeiten, bevor er die Praxis endgültig übergibt. Hierfür bietet sich eine Praxisabgabe in zwei Stufen an. Ist der Planungsbereich wegen Überversorgung gesperrt, kann der Nachfolger über eine Halbierung der Zulassung des Abgebers in die Praxis aufgenommen werden. Der Abgeber arbeitet selbst noch auf einer halben Zulassung weiter, während der neue Kollege auf der anderen Zulassungshälfte in der Praxis ärztlich tätig wird.

Dabei kann der neue Kollege auf der zweiten Zulassungshälfte entweder angestellt werden oder als Partner in die Praxis einsteigen:

  • Steigt der Kollege als Partner in die Praxis ein, entsteht aus einer Einzelpraxis eine Gemeinschaftspraxis. Außerdem wird der Kollege „Inhaber“ der zweiten Zulassungshälfte. Beendet der Abgeber seine freiberufliche Tätigkeit endgültig, überträgt er die Praxis oder seine Praxisanteile in einem zweiten Schritt komplett auf den Nachfolger.

  • Hingegen verbleibt bei einer Anstellung des Kollegen auch noch die zweite Zulassungshälfte beim Abgeber. Beendet der Abgeber seine Tätigkeit endgültig, wird der halbe Angestelltensitz in eine halbe freiberufliche Zulassung zugunsten des neuen Kollegen umgewandelt. Zusätzlich erhält der neue Kollege die zweite Zulassungshälfte von dem Abgeber .

3. Job-Sharing

In einem gesperrten Planungsbereich kann die Aufnahme eines Kollegen in die Praxis auch über das sogenannte Job-Sharing erfolgen. Beim Job-Sharing findet keine Zulassungshalbierung oder Zulassungsübertragung statt. Der Zulassungsausschuss erteilt die Genehmigung, den neuen Kollegen „auf der Zulassung des Abgebers“ mitarbeiten zu lassen.

Auch hier besteht wieder die Möglichkeit, den neuen Kollegen gleich als Partner mit in die Praxis aufzunehmen oder zunächst nur anzustellen. Die Genehmigung zur Durchführung eines Job-Sharings wird aber immer nur unter der Auflage erteilt, dass sich der Abgeber gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung zur Einhaltung eine Leistungsobergrenze verpflichtet.

Das Praxisbudget wird damit „eingefroren“; etwaige Honorarüberschreitungen während des Job-Sharings werden zurückgefordert. Beabsichtigt der Abgeber, seine ärztlichen Tätigkeiten auf die Behandlung von Privatpatienten zu verlagern, während der neue Kollege schwerpunktmäßig Kassenpatienten versorgen soll, können die festgelegten Leistungsobergrenzen einfacher eingehalten werden. Ein Vorteil des Job-Sharings liegt darin, dass für die Aufnahme eines Nachfolgers in die Praxis – anders als bei der Zulassungshalbierung – keine Ausschreibung erforderlich ist.

4. Verzicht zugunsten Anstellung

Eine weitere beliebte Übertragungsmöglichkeit besteht darin, dass der Abgeber auf seine freiberufliche Zulassung zugunsten einer Anstellung bei bereits niedergelassenen Kollegen oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum verzichtet.

  • Vorteil dieser Variante ist, dass eine Praxisübertragung ohne die Durchführung einer Ausschreibung stattfindet, wodurch Konkurrenzbewerbungen ausgeschlossen werden.
  • Nachteilig ist, dass der Abgeber zur Wirksamkeit des Verzichts anschließend noch drei Jahre als angestellter Arzt tätig sein muss, wobei aber Reduzierungen der Arbeitszeit möglich sind.

Der auf seine freiberufliche Zulassung verzichtende Abgeber muss dabei nicht zwingend am Standort der niedergelassenen Kollegen oder des Medizinischen Versorgungszentrums als angestellter Arzt tätig werden. Es kann auch die Praxis des Abgebers am bestehenden Standort beibehalten und diese unter Anstellung des Abgebers als Zweigpraxis fortgeführt werden.

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Bildquelle: modifiziert nach ©gettyimages.de/gmast3r

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