24. April 2020

Krank als Arzt?

14 Tage Quarantäne als Arzt – wie läuft die eigene Praxis weiter? Volker Wurm, Rechtsanwalt bei Büdingen Med mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Medizinrecht, sagt Ihnen, welche Vertretungsfälle Sie als freiberuflich tätiger Arzt schon vorab regeln sollten. Für Partner in einer Gemeinschaftspraxis gibt es zudem eine Textvorschlage zur Ergänzung des Gesellschaftervertrages zum Download.

Lesedauer: 3 Minuten

Allgemeines:

In welchem Rahmen sind Sie tätig?

Diese unterscheiden sich ganz erheblich voneinander, da die Vertretungssituation in einer BAG erheblichen zivilrechtlichen Spielraum liefert während der „Einzelkämpfer“ in seinen Gestaltungsmöglichkeiten doch eher eingeschränkt ist.

Grundsätzlich gilt:

„Können Vertragsärzte und ärztliche Vertragspsychotherapeuten nicht in der Praxis sein, muss ein anderer Arzt oder ärztlicher Psychotherapeut in der Nähe für die Zeit der Abwesenheit die Patienten behandeln. Eine Vertretung ist nicht zulässig für genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen (auch probatorische Sitzungen) und wenn ein Vertragsarzt an einem anderen Ort als seinem Praxissitz vertragsärztliche Leistungen erbringt, wie Dialysen.“1 KV Hessen.

Krank bis zu 1 Woche

Im Grunde ist es also nicht zulässig, wenn man eine kassenärztliche Zulassung hält, einfach seine Praxis zu schließen, sondern man muss eine Vertretung organisieren. Diese muss man dann auch der zuständigen KV mitteilen. Zeiträume von weniger als einer Woche sind hier allerdings von der Mitteilungspflicht gemäß § 32 Abs.1 S.4 Ärzte-ZV ausgenommen.

Die hier einzig mögliche Vertretungsform ist die Kollegiale Vertretung. Dabei findet die Vertretung in der Praxis des Vertretenden statt und er rechnet über seine eigene Abrechnungsnummer ab.

Krank 1 Woche bis 3 Monate

Die nächste Grenze erreicht man bei einer Abwesenheit von mehr als 1 Woche aber weniger (bis zu) 3 Monaten. Hier ist dann eine Mitteilung an die KV notwendig. Die meisten KVen halten hierzu ein Formular bereit, welches zwingend zu verwenden ist. Eine formlose Mitteilung ist nicht ausreichend.

Zusätzlich zu der Kollegialen Vertretung ist hier die Ärztliche Vertretung zulässig. Dabei findet die Vertretung in der Praxis des Vertretenen statt, erfolgt in dessen Namen und wird über dessen Abrechnungsnummer abgerechnet. Die Regelung der Vergütung hierfür findet frei zwischen dem Vertreter und dem Vertretenen statt.

Innerhalb dieser Schwelle liegt bei einem Monat Abwesenheit, und zwar in der Gesamtbetrachtung der letzten 12 Monate, ein weiterer Stepstone. Wenn der Arzt innerhalb eines Jahres einen Monat vertreten wurde, nicht notwendigerweise zusammenhängend, dann hat die KV das Recht die Eignung des Vertreters zu überprüfen.

Länger als 3 Monate krank

Bei einer Vertretung von mehr als 3 Monaten ist eine Mitteilung an die KV nicht mehr ausreichend; Hier muss man eine individuelle Genehmigung einholen.

Maßnahmen für die Einzelpraxis

Als Vorbereitung auf eine solche Situation sollte man sich einen Ablaufplan zurechtlegen, den man mit seiner „Erstkraft“ bespricht und aufsetzt. Auch für den Fall, dass man „verunfallt“ und selbst kurzfristig gar nicht in der Lage ist die notwendigen Dinge einzuleiten. Hierzu gehört eine (ungefähre) Vorgabe für das Besprechen des Anrufbeantworters, eine (ungefähre) Vorgabe für den Praxisaushang, aber auch eine Abrede mit den Kollegen am Ort die für eine kurzfristige kollegiale Vertretung in Frage kämen und die entsprechende Info die im Falle des Eintritts von der Erstkraft an den/die Kollegen weitergegeben werden sollte. Nicht zuletzt sollte man den Zugang zur Software und anderen wichtigen Portalen mit Vertretungskennwörtern geregelt haben. Auch bestimmte Vertretungsrechte für Helferinnen bei Abrechnungsgesellschaften können hinterlegt werden. Als weitere Vorbereitung empfiehlt es sich, dass man in den Arbeitsverträgen mit dem Personal sich die rechtlich zulässige Möglichkeit von Betriebsferien vorbehält. Dies kann hilfreich sein in Fällen bei denen zumindest ein kurzer Vorlauf möglich ist, beispielsweise bei kurzfristig notwendigen, planbaren Eingriffen. Zuletzt ist immer das Gespräch mit der eigenen (Kranken-) Versicherung notwendig, wie die Absicherung im Krankheitsfalle über Krankentagegeld aussieht. Auch über die Möglichkeit einer Praxisausfallversicherung sollte man mit einem Versicherer gesprochen haben.

Krank als Arzt in der Berufsausübungsgemeinschaft?

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Kennzeichnungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 TMG und § 55 RStV

Ärztliche Verrechnungsstelle Büdingen e. V.
Ärztliche Gemeinschaftseinrichtung
Gymnasiumstr. 18-20
63654 Büdingen

Telefon: +49 6042 882 332
Fax: +49 6042 882 460
E-Mail: info@buedingen-holding.de

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer
Dipl.-Kaufmann Armin Stecher
1. Vorsitzender
Dr. med. Gerd Albert

Bankverbindung
VR Bank Main-Kinzig-Büdingen
IBAN DE92 5066 1639 0007 3191 00
BIC GENODEF1LSR

Rechtsform
Eingetragener Verein

Registergericht
Amtsgericht Friedberg VR 1470

USt-ID-Nr. gemäß § 27a UStG
DE 112 591 970

Inhaltlich Verantwortlicher
Armin Stecher (Anschrift s.o.)

Verantwortlich für den journalistisch-redaktionell gestalteten Inhalt im Sinne des § 55 Abs. 2 RStV (Rundfunkstaatsvertrag)
Tobias Salzmann
Telefon: +49 6042 882 477
E-Mail: t.salzmann@buedingen-holding.de

Rechtlicher Hinweis
Die Inhalte unserer Internetseite werden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch kann der Anbieter keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen. Die Informationen sind insbesondere auch allgemeiner Art und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen konsultieren Sie bitte unbedingt vorher einen Rechtsanwalt. Die Benutzung erfolgt ausschließlich auf eigenes Risiko.