08. Mai 2020

Koordination ambulanter Behandlung im Lichte der aktuellen Situation

GOÄ Ziffer 15

Viele Ärzte begleiten ihre ambulanten Patienten bei flankierenden therapeutischen und sozialen Maßnahmen jahrelang. Die Extraziffer, die von der GOÄ dafür vorgesehen ist, wird bislang wenig beachtet und selten abgerechnet. Gerade bei privat Versicherten nach stationärem Aufenthalt wegen einer COVID 19-Infektion sollte an den Ansatz von Ziffer 15 gedacht werden. Zweifelsfrei abrechnen – auch ohne Corona – finden Sie in dem Abrechnungsleitfaden von Dieter Jentzsch.

Lesedauer: 1 Minute

Die Ziffer 15 kann für einen Patienten einmal im Kalenderjahr berechnet werden. Sie umfasst, dass Ärzte immer wieder Krankenhausaufenthalte vor- oder nachbereiten, Gespräche mit anderen Ärzten führen, Kontakte zu Pflegediensten und sozialen Einrichtungen oder Versicherungsträgern mit Blick auf diesen speziellen Patienten unterhalten. Unsere Erfahrung als Abrechnungsdienstleister zeigt: Diese Leistung wird von Ärzten häufig erbracht, aber nur selten abgerechnet.

Corona-Praxisbeispiel

Nach einem längeren stationären Klinikaufenthalt wegen Infektion mit dem Coronavirus nebst künstlicher Beatmung wird der Patient in die ambulante hausärztliche Behandlung entlassen. Seine soziale Situation macht es nötig, alle Möglichkeiten seiner Reintegration zu nutzen. Weiter muss der Patient mobilisiert (auch aufgrund einer schon länger bestehenden Erkrankung seiner Gelenke) und dafür einmal pro Woche vom Physiotherapeuten behandelt werden.

In der Region gibt es eine regelmäßige wöchentliche Video-bzw. Telefonkonferenz CORONA-Betroffener.

Der Hausarzt informiert den Patienten über diesen Gesprächskreis und organisiert seine Teilnahme. Weiter koordiniert er die Physiotherapie, auch indem er sich laufend über Fortschritte informiert oder nötigenfalls seine Verordnungen anpasst.

Die Ergebnisse aus dem Gesprächskreis sind regelmäßig Inhalte der (natürlich zusätzlich abrechnungsfähigen) ärztlichen Beratungen.

Gleich, ob der Patient beispielsweise ein halbes Jahr nach der stationären Entlassung gleichzeitig noch Physiotherapie und  Gesprächskreis benötigt – der Arzt hat für dessen ambulante Behandlung die flankierenden therapeutischen und sozialen Maßnahmen eingeleitet und koordiniert. Dafür steht ihm Ziffer 15 GOÄ zu.

Um für Rückfragen gewappnet zu sein, sollten Ärzte in ihren Notizen therapeutische und soziale Maßnahmen, die verschiedenen Gesprächspartner und die Kontinuität dieser speziellen Patientenbetreuung dokumentieren. Auch die Ziffer 15 ist als „Ärztliche Leistung“ eingeordnet und kann, wenn Schwierigkeit, Zeitaufwand oder Umstände bei der Ausführung überdurchschnittlich waren, bis zum 3,5-fachen GOÄ-Satz berechnet werden.

Wie Sie die GOÄ-Ziffer 15 zweifelsfrei ansetzen können und warum Beratungen per Video und Telefon gegenüber Selbstzahlern und Privatpatienten problemlos abrechenbar sind erfahren Sie in dem kompakten Abrechnungsleitfaden von Dieter Jentzsch.

https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/42goae/01allgemein/abrechnung15.html

Bildquelle: ©iStock.com/Multitasking Doctor, modifiziert nach

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