10. April 2020

GOÄ Expertenwissen

Haben Sie schon „zugeschlagen“?

Im allgemeinen Sprachgebrauch findet es an einem kalten Buffet statt, im körperlichen Sinn ist es eher nicht angebracht. Zuschläge sind in der ärztlichen Liquidation nach GOÄ fest verankerte Elemente, weil sie dort nicht nur für Ausnahmefälle ausdrücklich vorgesehen sind. Eine Liste mit allen gängigen Zuschlägen können Sie hier kostenlos herunterladen. Im Artikel finden Sie die Punkte, die am häufigsten vergessen werden.

Lesedauer: 2 Minuten

Zuschläge ausdrücklich vorgesehen

Bei Beratungen, Besuchen und Untersuchungen sind Zuschläge zunächst für die Inanspruchnahme der Ärzte zu ungewöhnlichen Zeiten eingerichtet: Außerhalb der Sprechstunde, nachts, samstags, sonntags und an gesetzlichen Feiertagen.

Die Zuschläge werden geltend gemacht, indem sie in der Rechnung direkt hinter der bezogenen GOÄ-Ziffer stehen. Dabei ist in den Bestimmungen – hier B II (zu GOÄ 1,3,4,5,6,7 oder 8) und B V (zu GOÄ 45 bis 62) immer festgelegt, ob sie miteinander kombiniert werden dürfen.

Beispiel:

Eine Telefonberatung findet außerhalb der Sprechstunde und nachts statt. Dann ist nur der Nachtzuschlag berechenbar (auch der Annahme geschuldet, dass nachts ohnehin keine Sprechstunde abgehalten wird). Von den Zuschlägen ist jeweils nur der Höhere anzusetzen. Keine Regel ohne Ausnahme! Sowohl Beratungen als auch Besuche können sowohl nachts als auch an einem Samstag, Sonn- oder Feiertag vorkommen. Dann können die entsprechenden Zuschläge geltend gemacht werden.

Der Kinderzuschlag macht bereits die erste Ausnahme. Er ist nur vom Lebensalter abhängig und gilt „bis zum vollendeten vierten Lebensjahr“, K 1 nur bei Untersuchungen von 5 bis 8, K2 wie bei den Erwachsenen zu allen Visit- oder Besuchsgebühren.

Familienbesuche

Werden mehrere Familienmitglieder oder Angehörige einer sozialen Gemeinschaft („hinter demselben Klingelschild…“) besucht, darf einmal das volle Besuchshonorar mit dem vollen Zuschlag sowie für jeden „Mitbesuch“ einmal Ziffer 51 sowie der halbe Zuschlag berechnet werden. Rechnerisch ergibt das bei zusammen drei besuchten Familienmitgliedern das doppelte Honorar, hinzu kommt der Zuschlag „A“ für jede körperliche Untersuchung.

Auch im Notdienst zuschlagen

Häufig wird gefragt, ob diese Zuschläge auch im organisierten Not-, Sonn- und Feiertagsdienst oder im Rettungsdienst angesetzt werden dürfen. Da die GOÄ mit den Zuschlägen nur von den besonderen Einsatzzeiten ausgeht, und damit die ärztliche Tätigkeit zu ungewöhnlichen Zeiten abgelten will, ist es gleichgültig, ob die Leistungen im Notdienst oder in der Praxis anfallen. Die Zuschläge gelten in all diesen Sonderfällen ungekürzt.

Sie wollen ihr Wissen vertiefen? Eine Übersicht mit allen gängigen Zuschlägen – erstellt von den Abrechnungsexperten von Büdingen Med – können Sie hier

Bildquelle: ©iStock.com/A stockphoto

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