02. März 2019

Der Morgen nach dem Alkoholrausch

Das sagt die Wissenschaft zum Kater

Bier auf Wein, das lass’ sein? Nur Weicheier katern? Rund um die Folgen des Alkoholrauschs kursieren etliche Weisheiten. Nicht alle halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand, so eine Meldung der Deutschen Presseagentur. Passend zur der feucht-fröhlichen Narrenzeit präsentieren wir Ihnen hier einen kurzen Überblick.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag beruht auf einer Zusammenfassung der Deutschen Presseagentur vom 27.02.2019.1

Trinkfolge macht keinen Unterschied

„Bier auf Wein, das lass’ sein. Wein auf Bier, das rat’ ich dir.” Forscher der Universität Witten/Herdecke haben den prominenten Rat zur Katervermeidung mit einem feucht-fröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineingeschüttet hat. Die Teilnehmer der Studie tranken an zwei verschiedenen Abenden zunächst nur Wein oder Bier und wechselten bei 0,5 Promille Alkohol im Blut auf das jeweils andere Getränk.

Für den Morgen danach machte das keinen Unterschied. „Wir haben eindeutig gezeigt: Das Sprichwort stimmt nicht – zumindest für Weißwein und Lagerbier”, sagt der Mediziner Kai Hensel, der das Experiment in Witten geleitet hat.1

Kater ist kein Zeichen von Schwäche

Nach einer durchzechten Nacht mit Kater aufzuwachen, ist kein Zeichen von Schwäche. Das ist das Fazit einer Befragung niederländischer Studenten, die Wissenschaftler der Universität Utrecht durchgeführt haben.2 Es gab keine Unterschiede beim Wohlbefinden oder der sonstigen Widerstandsfähigkeit zwischen denen, die anfällig für Kater sind und denen, die weniger unter den Folgen des Trinkens leiden.

„Am Ende des Tages ist das Katerempfinden aber natürlich subjektiv, denn es ist ja eine Form von Schmerz”, sagt Wissenschaftler Hensel dazu.

Die häufigsten Symptome

Utrechter Alkoholforscher haben niederländische Studenten auch dazu befragt, wie sich ihr Kater äußert. Dabei kam heraus: Müdigkeit, Durst und Konzentrationsprobleme sind die Symptome, die von mehr als 95 Prozent der an Kater leidenden Befragten genannt wurden. Außerdem sehr häufig waren Kopfschmerzen und Übelkeit. Gut jeder fünfte Befragte berichtete von Angstzuständen.3

Bourbon vs. Wodka

Ein Experiment US-amerikanischer Forscher zeigte: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Bourbon einen rund 37-fach höheren Anteil an sogenannten Kongeneren hat – das sind chemische Substanzen, die bei der Gewinnung von Alkohol entstehen.4

Korea: Roter Ginseng hilft beim Alkoholabbau

Koreanische Forscher verabreichten im Rahmen einer randomisierten Crossover-Studie einer Gruppe von 25 gesunden Männern erst 100 Milliliter Whiskey (40 % Alkohol) und dann entweder ein Glas mit 100 ml Wasser oder 100 ml eines Ginseng-Getränks. Nach etwa 4 h wurden Blutproben entnommen. Dabei zeigte sich, dass in der Ginseng-Gruppe der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller sank als in der Kontrollgruppe – und damit auch das Risiko eines ausgeprägten Katers.5

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1. Deutsche Presseagentur, 27.02.2019

1. Jöran Köchling, Berit Geis, Stefan Wirth, Kai O. Hensel: Grape or grain but never the twain? A randomized controlled multiarm matched-triplet crossover trial of beer and wine. The American Journal of Clinical Nutrition, Volume 109, Issue 2, 1 February 2019, 345–352

2. Mackus M et al: Alcohol metabolism in hangover sensitive versus hangover resistant social drinkers, Drug and Alcohol Dependence Volume 185, 1 April 2018, 351-355

3. Schrojenstein Lantmann van M: The impact of alcohol hangover symptoms on cognitive andphysical functioning, and mood. Hum Psychopharmacol Clin Exp. 2017; 32: e2623.

4. Rohsenow DJ et al: Intoxication with Bourbon versus Vodka: Effects on Hangover, Sleep and Next-Day Neurocognitive Performance in Young Adults. Alcohol Clin Exp Res. 2010 Mar 1; 34(3): 509–518.

5. Lee MH et al: Red ginseng relieves the effects of alcohol consumption and hangover symptoms in healthy men: a randomized crossover study. Food Funct. 2014 Mar;5(3): 528-534.

Titelbild: © iStock.com/fizkes

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