12. Mai 2022

Immunstärkend bis krebsvorbeugend

Die gesundheitlichen Vorteile von Tee

Weitere auf dem International Scientific Symposium on Tea and Human Health vorgestellte Studien beleuchten die zahlreichen Vorteile, die Tee für die Immunfunktion, die kardiovaskuläre Gesundheit, den kognitiven Abbau und die Krebsprävention haben soll.1

Lesedauer: 4 Minuten

Text: Dr. Sheena Meredith, Übersetzung: Ute Eppinger, Redaktion: Marie Fahrenhold

Camellia sinensis – der echte Tee

Tee ist nach Wasser das am zweithäufigsten konsumierte Getränk der Welt, und weitere auf dem Symposium vorgestellte Beweise zeigten Vorteile für die Immunfunktion, kardiometabolische Erkrankungen, den kognitiven Abbau und die Krebsprävention.

„Es gibt immer mehr Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt, die zeigen, dass Teetrinken die menschliche Gesundheit in vielerlei Hinsicht verbessern kann“, sagte der Vorsitzende des Symposiums, Prof. em. Dr. Jeffrey Blumberg von der Friedman School of Nutrition Science and Policy der Tufts University.

„Es mag andere Kräuter und pflanzliche Produkte geben, die einen gesundheitlichen Nutzen haben, aber keines von ihnen ist so systematisch untersucht worden wie Camellia sinensis – der echte Tee“, sagte Prof. Dr. Mario Feruzzi, Leiter der Abteilung für entwicklungsfördernde Ernährung in der Abteilung für Kinderheilkunde an der University of Arkansas for Medical Sciences.

„Bei den echten Teesorten – weiß, grün, schwarz und Oolong – haben wir es mit Tausenden von Jahren traditioneller Verwendung und 60 bis 70 Jahren systematischer Studien zu tun, die in den letzten 15 bis 20 Jahren so weit fortgeschritten sind, dass wir über sehr eindeutige Daten verfügen“, so Feruzzi.

Krebshemmende und immunstärkende Wirkung

Die Teilnehmer des Symposiums erfuhren, dass Tee neben L-Theanin auch Flavonoide enthält, die starke antioxidative Eigenschaften zur Neutralisierung freier Radikale besitzen und sich in experimentellen Studien als krebshemmend erwiesen haben. Dies könnte erklären, warum ein höherer Teekonsum mit einem geringeren Risiko für einige Krebsarten – insbesondere Gallengangs-, Brust-, Gebärmutter-, Leber- und Mundhöhlenkrebs – in Verbindung gebracht wurde.

Flavonoide haben auch antioxidative, anti-angiogene und entzündungshemmende Eigenschaften und verändern das Profil der Darmmikrobiota.

„Tee kann dazu beitragen, das Immunsystem zu unterstützen und die Widerstandskraft des Körpers gegen Krankheiten zu erhöhen“, sagte Dr. Dayong Wu vom Labor für Ernährungsimmunologie des USDA Jean Mayer Human Nutrition Research Center on Aging an der Tufts University. Er stellte Daten aus einer umfassenden Untersuchung vor, die zeigen, dass die Katechine in grünem Tee dazu beitragen, die Fähigkeit eines Krankheitserregers, den Wirt zu infizieren, zu verringern und das Immunsystem zu aktivieren.

„Im Falle einer Erkrankung kann Tee dem Körper helfen, effizienter auf die Krankheit zu reagieren, indem er sich von der Infektion befreit – und er kann auch die Schwere der Erkrankung lindern, wenn es zu einer Infektion kommt.“

Grüner Tee und Katechine haben auch einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Autoimmunerkrankungen: Sie verbessern die Autotoleranz, unterdrücken durch Autoantigene ausgelöste Entzündungsreaktionen und steigern die Reparaturfunktion des Gewebes.

Tee kann kognitivem Verfall vorbeugen

Weitere Beweise für die positiven Auswirkungen von Tee auf die Kognition wurden von Prof. Dr. Jonathan Hodgson vom Institut für Ernährungsforschung der Edith Cowan University erbracht.

„Es gibt immer mehr Belege dafür, dass bereits ein bis zwei Tassen Tee täglich das Risiko einer vaskulären Demenz und möglicherweise der Alzheimer-Krankheit erheblich verringern können“, sagte er. Hochwertige Daten aus langfristigen, prospektiven Kohortenstudien zeigen auch, dass eine mäßige Zufuhr der im Tee enthaltenen Flavonoide mit einem geringeren Risiko für kognitiven Verfall und insbesondere für vaskuläre Demenz einhergeht, wobei der maximale Nutzen bereits bei zwei bis vier Tassen pro Tag erreicht wird.

Vorteile für die kardiovaskuläre Gesundheit

Prof. Dr. Taylor Wallace vom Department of Nutrition and Food Studies der George Mason University erklärte auf dem Symposium, dass der Teekonsum das Potenzial hat, das Risiko und das Fortschreiten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Erwachsenen zu mindern, und dass er mit negativen kardiometabolischen Ergebnissen in umgekehrtem Zusammenhang stehen kann.

Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass jede tägliche Tasse ungesüßten Tees mit einem um durchschnittlich 1,5% niedrigeren Risiko für die Gesamtmortalität, einem um 4% niedrigeren Risiko für die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einem um 2% niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem um 4% niedrigeren Risiko für Schlaganfälle verbunden war.

„Wenn man sich all die verschiedenen Biomarker und Mechanismen ansieht, die Tee beeinflusst, dann ist dieses reichhaltige Getränk eines, das die Verbraucher leicht in ihre Ernährung integrieren können, um ein gesünderes und längeres Leben zu führen“, sagte Wallace.

Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape.com erschienen.

  1. The Sixth International Scientific Symposium on Tea & Human Health virtuell, 26.4.2022
Bild: © gettyImages/
Guido Mieth

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Jeremy Schneider, Blake DeSimone
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653