29. Oktober 2021

Langzeitdaten zu Kortikosteroid-Injektionen bei Schulterschmerzen veröffentlicht

Derzeit fehlen qualitativ hochwertige Daten, welche die Wirksamkeit einer Kortikosteroid-Injektion bei Schulterschmerzen zeigen, insbesondere langfristig. Eine Studie liefert nun Ergebnisse zur langfristigen Anwendung dieser Injektionen in der Primärversorgung. 1

Lesedauer: 1 Minute

Redaktionelle Bearbeitung: Dr. Linda Fischer

Das Studiendesign

In der niederländischen retrospektiven Kohortenstudie bezogen Forschende Daten von insgesamt 1.884 randomisiert ausgewählten Patientinnen und Patienten mit ein, die vom Jahr 2012 bis 2017 aufgrund einer neu auftretenden Episode von Schulterschmerzen in Hausarztpraxen untersucht wurden. Das Forschungsteam untersuchte sowohl den Zeitpunkt und Prädiktoren für den Erhalt einer Kortikosteroid-Injektion (corticosteroid injection, CSI), als auch die Sicherheit der CSI.

26 % erhielten Injektion innerhalb von 12 Monaten nach Diagnose

Laut Ergebnissen der vorliegenden Studie erhielten 26 % der Patientinnen und Patienten, die in Hausarztpraxen vorstellig wurden, innerhalb von zwölf Monaten nach der Diagnose eine CSI, aufgrund von neu auftretenden Episoden von Schulterschmerzen. Die Hälfte davon sogar beim ersten Besuchstermin.

Prädiktoren für den Erhalt einer CSI waren

  • Zunehmendes Alter (Odds Ratio OR: 1,03; 95 %-Konfidenzintervall KI: 1,02 bis 1,04)
  • Schulterschmerzen in der Vorgeschichte (OR: 1,52; KI: 1,13 bis 2,12)

50 % erhielten Injektion beim ersten Besuchstermin

Der einzige Prädiktor für den Erhalt beim ersten Besuchstermin war das Alter (OR: 1,01; KI: 1,00 bis 1,02). Der Anteil der Personen, die eine oder mehrere CSI erhielten:

  • 66 % erhielten 1
  • 27 % erhielten 2
  • 8 % erhielten ≥ 3

Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen

4 % der Personen, die Injektionen verabreicht bekamen, berichteten innerhalb von drei Monaten unerwünschte Ereignisse: Am häufigsten traten lokale Hautreaktionen, Hyperglykämie, Menstruationsstörungen und Hitzewallungen auf – keine Nebenwirkung war schwerwiegend.

Einschränkungen der Studie

Da sich die Studie lediglich auf elektronische Krankenakten und ausschließlich auf durch Hausärztinnen und Hausärzte gemeldete Daten stützt, wird ihre Aussagekraft abgeschwächt. Möglich sind auch unzureichende Angaben zu unerwünschten Ereignissen.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.

  1. van Doorn et al.: „The use and safety of corticosteroid injections for shoulder pain in general practice: a retrospective cohort study.“ in Europe PMC (2021)

Bildquelle: © gettyImages/manusapon kasosod

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653