15. November 2019

10 Rezepte für eine glückliche Arztehe

Ist in einer Beziehung mindestens einer der Partner Arzt, kann dies das Zusammenleben vor besondere Herausforderungen stellen. Die folgenden 10 Tipps können dennoch zu einer glücklichen Partnerschaft verhelfen.

Lesedauer: 3,5 Minuten

Redaktion: Marc Fröhling

Zahlen & Fakten zu Arztehen

Um die Besonderheiten von Arztehen zu charakterisieren und bestimmte Muster darin zu erkennen, werteten Forscher der Harvard Medical School US-Bevölkerungserhebungen mit den Daten von 43.000 Ehepaaren aus, von denen mindestens ein Partner Arzt oder Ärztin war.

  • 31% der verheirateten Ärztinnen haben ebenfalls einen Arzt geehelicht,
  • nur 17 % der Ärzte heirateten dagegen eine Medizinerin und
  • 8 % der Ärzte sind mit einer Krankenschwester verheiratet.

Außerdem zeigte sich, dass Ärztinnen gebildete und erfolgreiche Männer bevorzugen. 52,2 % ihrer Partner wiesen einen akademischen Abschluss auf und bezogen ein Jahresgehalt von durchschnittlich 100.000 $. Bei den Partnerinnen von Ärzten wiesen 39,9 % einen Universitätsabschluss auf. Außerdem betrug ihr Jahresgehalt im Schnitt lediglich 27.000 $.1,2

Besondere Herausforderungen für Arztehen

In einer US-weiten Erhebung aus dem Jahr 2013 wurden die Ehepartner von Ärztinnen und Ärzte über ihre Zufriedenheit befragt. 87 % der Befragten gaben an, mit ihrer Beziehung zufrieden zu sein. Und dies trotz einiger Herausforderungen:

  • 34 % gaben an, dass der Partner mehrmals in der Woche gereizt von der Arbeit komme,
  • 43 % haben einen Partner, der für Arbeiten im Haushalt zu müde ist und
  • 46 % haben eine Partner, der in Gedanken häufig noch bei seinen Patienten ist.3,4

Alles halb so wild?

Laut den Zahlen einer US-Studie aus dem Jahr 2015 spiegeln sich die genannten Punkte zumindest nicht in einer erhöhten Scheidungsrate wider. Forscher um Dan Ly vom Massachusetts General Hospital in Boston zeigten sogar das Gegenteil: Demnach wurden Arztehen (24 % Gesamtscheidungsquote) sogar seltener geschieden als die von Angehörigen anderer Berufsgruppen. Weniger Scheidungen wurden nur noch von Apothekern eingereicht (22,9 %). Deutlich häufiger gingen Ehen bei Krankenschwestern (33 %) und in nichtmedizinischen Berufen (35 %) zu Bruch. Ärztinnen wiesen dabei eine höhere Scheidungsprävalenz als ihre männlichen Kollegen auf.5,6

10 Rezepte für eine glückliche Arztehe

Laut Ärztecoach Dr. Dike Drummond sind die Gründe für Unzufriedenheit in Arztbeziehungen lange Arbeitszeiten, Stress und das von Ärzten verinnerlichte Muster, schnell Entscheidungen zu treffen, anstatt ein Problem gemeinsam zu diskutieren. Auch wer seinen Patienten gegenüber den ganzen Tag Mitgefühl und Empathie zeigt, kann sich zu Hause erschöpft fühlen. Die folgenden 10 Empfehlungen von Ärzten, Experten und Ehepartnern können hier Abhilfe schaffen.7

Ehrlichkeit: Den Partner ehrlich und ungeschönt darauf vorbereiten, was der Arztberuf abverlangt. Ist dem Partner der enorme Zeitaufwand bewusst? Kann und will er das mitmachen?

Rücksicht: Auch auf die Karriere des Partners sollte Rücksicht genommen werden. Das bedeutet unter Umständen, auch einmal eine eigene gute Gelegenheit zu Gunsten des Partners auszuschlagen.

Kalender: Ein Kalender für das Leben ist die Divise und nicht etwa einen für die Arbeit und einen weiteren für das Privatleben. So weiß auch die Familie über Meetings, Konferenzen, etc. im Arztdienst Bescheid und man selbst hat Elternabende und Termine mit den Kindern besser im Blick.

Regelmäßiger Beziehungscheck: Im hektischen Alltag regelmäßig innehalten und sich die Frage stellen: Verfolgen wir noch die richtigen Ziele? Ist bei uns beruflich und emotional noch alles in Ordnung?

Hilfe holen ist erlaubt: Das kann eine bezahlte Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung sein, aber auch Tipps älterer und erfahrener Kollegen dürfen eingeholt werden.

Zeit: Ein fester Termin alle zwei Wochen für gemeinsame Zeit mit dem Partner. Bei diesem Treffen wird gleich zu Beginn das nächste Date geplant. Weniger formell kann dies auch einfach ein regelmäßiger freier Abend sein, der nur der Familie gehört.

Übergangsritual: Gemeint ist ein Feierabendritual, um dem Gehirn zu signalisieren, dass jetzt der Übergang von der Arbeit zur Familie ansteht. Das kann zum Beispiel ein Spaziergang um den Block, ein Kleiderwechsel oder ein bewusstes Durchatmen sein.

Verzicht auf das Smartphone: Intimität in der Beziehung kann nur über Zeit hergestellt werden. Entscheidend ist das Führen unvorhersehbarer, scheinbar belangloser Gespräche. Dies funktioniert nur ohne technische Geräte.

Plan für Nachwuchs: Nachwuchs stellt ein bedeutendes Ereignis für das weitere Leben dar. Gemeinsam, mit Blick auf beide Karrieren, wird darüber entschieden, wann der beste Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Zuhören: Mit der „Mikrofontechnik“ einfach mal dem Partner zuhören, denn viele große Auseinandersetzungen gehen auf ein Kommunikationsproblem zurück. Dies bedeutet, sich selbst zurückzunehmen und auf das Gesagte zu achten.

Welche Tipps Ihre Kollegen für eine glückliche Beziehung auf Lager haben, lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags.

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