
Immer häufiger tritt ein Kolorektalkarzinom bereits vor dem 50. Lebensjahr auf – eine Altersgruppe, die man bisher bei dieser Erkrankung nicht unbedingt auf dem Schirm hatte. Nun ist bekannt, welche Symptome in dieser Altersgruppe als „Red Flags“ immer ernst genommen werden sollten.
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Autorin: Maria Weiß
Werden typische Symptome wie Blut im Stuhl oder Eisenmangelanämie nicht als Alarmsymptome interpretiert, droht unter Umständen eine Diagnoseverzögerung mit negativen Auswirkungen auf die Prognose. Forschende um Joshua Demb von der University of California in San Diego, USA, haben daher untersucht, was die führenden Anzeichen und Symptome bei Menschen mit einem EOCRC (für early-onset colorectal cancer) sind.
Dafür werteten sie in einem systematischen Review mit Metaanalyse 81 Studien mit knapp 25 Millionen Teilnehmenden unter 50 Jahren aus. Darunter waren 76 Querschnittsstudien, vier Fall-Kontroll-Studien und eine Kohortenstudie.
Drei Fragen standen dabei im Vordergrund:
Die häufigsten Symptome des EOCRC waren Hämatochezie (gepoolte Prävalenz 45 %), Abdominalschmerzen (40 %) und veränderte Stuhlgewohnheiten wie Obstipation, Diarrhö oder beides im Wechsel (27 %). Die galt sowohl für verschiedene geographische Regionen als auch für verschiedene Altersgruppen.
In fünf Studien wurde auch die Assoziation von einzelnen Symptomen mit dem EOCRC-Risiko untersucht. Hämatochezie, Abdominalschmerzen und Anämie waren hier mit einem deutlich erhöhten EOCRC-Risiko assoziiert. Die in 34 Studien untersuchte Zeit zwischen der Erstvorstellung mit Symptomen und Diagnose eines EOCRC lag zwischen 1,8 und 13,7 Monaten (im Mittel 6,4 Monate).
Die Studie hat gezeigt, dass 45 % der Menschen mit EOCRC eine Hämatochezie aufweisen und das Krebsrisiko bei diesem Symptom stark erhöht ist. Ab einem Alter von 45 Jahren vom Alter sollte bei diesem Symptom daher immer eine vollständige Koloskopie durchgeführt werden. Dies spiegelt sich so auch in internationalen Leitlinien wider. Schwieriger ist die Situation bei isolierten Abdominalschmerzen oder veränderten Stuhlgewohnheiten, schreiben die Autoren.
Da diese Symptome sehr häufig sind, würde eine routinemäßige Koloskopie in all diesen Fällen zumindest in den USA die Kapazitäten sprengen. Sind solche Symptome aber erstmalig bei über 45-Jährigen aufgetreten, sollten sie immer ernst genommen werden und ein Kolorektalkarzinom Teil der initialen Differenzialdiagnostik sein. Ziele sollte es sein, die immer noch rechte lange Zeit von im Mittel 6 Monaten bis zur Diagnose bei diesen Patientinnen und Patienten zu verkürzen.
Als Limitation nennen die Autoren unter anderem die große Heterogenität der Studien, die nicht in allen Punkten eine Metanalyse ermöglichte. Auch Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Ethnizität konnten aufgrund des Studiendesigns nicht berücksichtigt werden.
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