Olivenöl reduziert Risiko, mit Demenz zu versterben
Etwa ein Drittel aller alten Menschen entwickeln eine Demenz, was auch zunehmend als Todesursache registriert wird. In einer großen Kohortenstudie aus den USA wurde jetzt untersucht, ob sich diese Todesfälle möglicherweise durch eine langfristige mediterrane Ernährung mit einem hohen Olivenöl-Anteil reduzieren lassen.1
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Autorin: Maria Weiß | Redaktion: Dr. Linda Fischer
Ausgewertet wurden für die Studie Daten der Nurses’ Health Study (NHS; 1990-2018) und der Professionals Follow-Up Study (HPFS; 1990-2018), deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer alle vier Jahre einen ausführlichen Fragebogen zur Ernährung ausfüllen, der auch den Olivenöl-Konsum in vier Kategorien (nie oder weniger als 1 × im Monat, über 0 bis zu 4,5 g/d, > 4,5 g/d bis ≤ 7 g/d, > 7 g/d) erfasste. Eingeschlossen wurden 92.383 Personen (65,6 % Frauen, mittleres Alter der Gesamtgruppe 56,4 Jahre), die zu Beginn frei von kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs waren, wie das Team um Anne-Julie Tessier von der T.H. Chan School of Public Health in Boston, USA, berichtet.
In der Nachbeobachtungszeit von 28 Jahren verstarben 4.751 Personen an den Folgen einer Demenz. Personen, die positiv für das Apolipoprotein ε4 (APOE ε4) getestet wurden, hatte ein fünf- bis neunfach höheres Risiko, mit einer Demenz zu versterben.
Ersatz von Margarine und Mayonnaise zahlt sich aus
Der Konsum von mindestens 7 g (1 Teelöffel) Olivenöl pro Tag war in dieser Studie im Vergleich zu Menschen mit keinem oder nur geringfügigen Konsum mit einem 28 % geringeren Risiko für einen Demenz-assoziierten Tod assoziiert – unabhängig vom APOE ε4-Status und anderen soziodemografischen und Lifestyle-Faktoren. Für andere Qualitätsmerkmale der Ernährung wurde kein Zusammenhang gefunden.
Modellierte Substitutionsanalysen ergaben, dass man Demenz-assoziierte Todesfälle um 8 – 14 % reduzieren kann, wenn man 5 g/d Margarine oder Mayonnaise durch die gleich Menge Olivenöl ersetzt. Der Ersatz von anderen Pflanzenölen oder Butter durch Olivenöl ergab dagegen keine signifikante Reduktion der Demenzmortalität.
Die Autorinnen und Autoren weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Studie Margarine und Mayonnaise häufig gehärtete Transfette enthielten, die in den USA seit 2020 nicht mehr hinzugefügt werden dürfen. Somit wäre es interessant zu prüfen, ob der Zusammenhang auch für heute hergestellte Margarine gilt.
Einschränkungen der Studie
Als mögliche Limitationen führen die Autorinnen und Autoren u. a. an, dass sich wie bei allen Beobachtungsstudien ein kausaler Zusammenhang nicht sicher belegen lässt. Zudem war nur medizinisches Personal überwiegend weißer Hautfarbe eingeschlossen, sodass sich die Ergebnisse möglicherweise nicht eins zu eins auf die Gesamtbevölkerung übertragen lassen. Außerdem konnte nicht zwischen verschiedenen Olivenölen, z. B. mit unterschiedlichem Polyphenol, unterschieden werden.
Trotzdem kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass sich das Risiko für einen demenzbedingten Todesfall bei Erwachsenen wahrscheinlich durch eine Olivenöl-haltige Kost reduzieren lässt. Dies sollte in Ernährungsempfehlungen berücksichtigt werden.
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