08. Februar 2019

Die häufigsten medizinischen Notfälle im Flieger

12 Handlungsleitlinien für Ärzte

Als Passagier an Bord eines Flugzeugs müssen mitfliegende Ärzte immer damit rechnen, bei einem medizinischen Ereignis helfen zu müssen. US-Notfallmediziner haben nun praktische Handlungsleitlinien zu den häufigsten Notfällen über den Wolken erarbeitet. Die Empfehlungen finden Sie hier in kompakter Übersicht.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf einem Artikel in der Fachzeitschrift JAMA 2018;320(24):2580-2590 und wurde mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. Jochen Hinkelbein, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin (DGLRM) e.V. von Marc Fröhling und Dr. Nina Mörsch, coliquio-Redaktion, übersetzt.

Muss man sich als Arzt an Bord zu erkennen geben?

Ein Notfallereignis stellt angesichts der speziellen Umgebung und der begrenzten medizinischen Ressourcen für Ärzte eine besonders herausfordernde Situation dar.  Für mitreisende Ärzte ist es häufig mehr als nur eine moralische Pflicht, im Notfall zu helfen. Denn in Deutschland und vielen anderen EU-Mitgliedsländern sowie in Australien sind Ärzte gesetzlich zur Hilfe in Notsituationen verpflichtet. Das amerikanische, britische und kanadische Recht kennt eine solche Pflicht zur Nothilfe dagegen nicht. Damit Ärzte dennoch bei einem Aufruf nicht zögern, schützt sie hier der sogenannte Aviation Medical Assistance Act, das Gesetz des guten Samariters, vor zivil- oder strafrechtlicher Verfolgung. Mehr zu den haftungsrechtlichen Aspekten erläutert der Beitrag: Arzt an Bord: Haftung bei Notfällen in der Luft.

Die Handlungsleitlinien im Überblick

Notfallmediziner der Universität Pittsburgh Medical Center 1 haben nun 12 Handlungsleitlinien für mitfliegende Ärzte und weiteres medizinisches Fachpersonal erarbeitet, die im Ernstfall wichtige Orientierung bieten können. Wir haben für Sie die Empfehlungen in einer Bildergalerie zusammengestellt. Außerden finden Sie alle Empfehlungen gebündelt zum Laden und Ausdrucken im pdf-Format.

Herzstillstand im Flieger

Herz-Kreislauf-Stillstand im Flugzeug ist ein sehr seltener Notfall. Allerdings hängt dessen Ausgang extrem von der Versorgung innerhalb der ersten Minuten ab. Die aktuelle S2e-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin e.V. (DGLRM) hat zum Ziel, Ärzte bei solchen lebensbedrohlichen Ereignissen zu unterstützen. Das Wichtigste zur Leitlinie erläutert Prof. Hinkelbein in dem Gastbeitrag „Herzstillstand an Bord: Das Wichtigste zur Leitlinie“. Die vollständige Leitlinie in englischer Sprache finden Sie hier.

1. Christian Martin-Gill et al.: In-Flight Medical Emergencies, JAMA 2018;320(24):2580-2590

Titelbild: © iStock.com/Fluxfactory

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