Titelbild von Praxis-Wissen kompakt
Logo von Praxis-Wissen kompakt

Praxis-Wissen kompakt

13. Mai 2025

Milliarden-Mehrwert für das deutsche Gesundheitswesen durch Privatversicherte

Da private Krankenvollversicherungen (PKV) in der Regel mehr für die gleichen Leistungen zahlen wie die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), tragen Privatversicherte in Deutschland maßgeblich zur Finanzierung des Gesundheitssystems bei. Dabei ist der sogenannte „Mehrumsatz“ 2023 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal kräftig gestiegen, wie aktuelle Zahlen des Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) zeigen.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Privatversicherte
Unter dem Strich finanzierten Privatversicherte 21,4 % der Umsätze in ambulanten Praxen – bei einem deutlich niedrigeren Bevölkerungsanteil von 10,4 %. (Foto: Getty Images | the_burtons)

Autorin: Maria Weiß

Im internationalen Vergleich zeichnet sich das aus GKV und PKV bestehende duale Krankenversicherungssystem in Deutschland durch eine große Wahl und Therapiefreiheit und einen kaum beschränkten Zugang zu ärztlichen Leistungen aus, heißt es in der Einleitung des Berichts.

Mehrumsatz durch unterschiedliche Gebührenordnungen

Für gesetzlich und privat Versicherte gelten im ambulant-ärztlichen und zahnärztlichen Bereich unterschiedliche Gebührenordnungen für die Abrechnungen von Leistungen, wobei PKV-Versicherte in der Regel deutlich mehr bezahlen. Daraus errechnet sich der Mehrumsatz.

Bei der stationären Versorgung rechnen PKV und GKV zwar beide nach dem DRG-Fallpauschalensystem ab – es können aber Mehreinnahmen durch zusätzliche Wahlleistungen wie Ein-/Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlungen entstehen. Auch bei Arzneimitteln sowie bei Heil- und Hilfsmitteln gibt es zum Teil unterschiedliche Regularien.

In der jetzt vorliegenden Analyse wurde eine Aktualisierung des Mehrumsatzes für das Berichtsjahr 2023 auf Basis der neuesten vorliegenden Daten für die wichtigsten Leistungsbereiche (ambulante, stationäre und zahnärztliche Versorgung sowie die Bereiche Arznei-, Heil- und Hilfsmittel) vorgenommen.

Der Mehrumsatz durch die PKV-Versicherten betrug im Jahr 2023 insgesamt 14,46 Mrd. Euro – dies entspricht einem Zuwachs von über 14 Prozent bzw. 1,8 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr. Besonders profitiert hier die ambulant-ärztliche Versorgung.

Vor allem ambulant-ärztlicher Bereich profitiert

So entfallen auf die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte 7,99 Mrd. Euro des PKV-Mehrumsatzes, was einem Plus von 940 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für die einzelne ärztliche Praxis bedeutet dies im Durchschnitt einen Mehrumsatz von 74.000 Euro pro Jahr. Unter dem Strich finanzieren Privatversicherte 21,4 % der Umsätze in ambulanten Praxen – bei einem deutlich niedrigeren Bevölkerungsanteil von 10,4 %.

Auch bei der stationären Versorgung sind Zuwächse bei den Mehrumsätzen von 250 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Der vergleichswiese geringere Zuwachs kann auch dadurch bedingt sein, dass Privatversicherte häufiger ambulant versorgt werden als GKV-Versicherte mit vergleichbaren Erkrankungen.

Im Arzneimittelsektor gab es mit einem Plus von 230 Millionen ebenfalls einen ordentlichen Zuwachs – genauso wie beim zahnärztlichen Bereich mit 220 Millionen Euro. Der reale Mehrumsatz durch Privatversicherte könnte sogar noch deutlich höher als die WIP-Berechnungen sein, da viele Rechnungen z.B. aufgrund vertraglich vereinbarter Selbstkostenanteile nicht zur Erstattung eingereicht werden und somit nicht in die Analyse einfließen.

Impressum anzeigen
Zurück zum Seitenanfang