12. Oktober 2021

Hoher Konsum von Milchprodukten könnte kardiovaskuläres Risiko senken

Über den Einfluss von Milch und Milchprodukten auf die Gesundheit wird viel gestritten. Nach den Ergebnissen einer schwedischen Kohortenstudie haben diese Nahrungsmittel das Potenzial, vor kardiovaskulären Erkrankungen zu schützen.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß. Redaktion: Sebastian Schmidt

In Schweden findet man traditionell einen sehr hohen Konsum von Milch und Milchprodukten. Weltweit steigt der Konsum stark an, sodass die Frage nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen an Relevanz gewinnt.

In ihrer Studie wollten sich die Arbeitsgruppe um Kathy Trieu von der University of New South Wales, Sydney, Australien, nicht auf die Angaben der Teilnehmer zum Konsum von Milch und Milchprodukten verlassen. Bei 4.150 Erwachsenen aus Schweden (mittleres Alter 60,5 Jahre) wurde Pentadecansäure (15:0) bestimmt – ein Biomarker für die Aufnahme von Milchfett. In der Nachbeobachtungszeit von 16,6 Jahren waren im Register 578 kardiovaskuläre Ereignisse und 676 Todesfälle registriert, die mit den 15:0-Spiegeln assoziiert wurden.

Das Ergebnis: In der Multivarianzanalyse mit Berücksichtigung von üblichen kardiovaskulären Risikofaktoren waren höhere 15:0-Spiegel mit einer niedrigeren Rate an kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Dabei bestand eine lineare Dosis-Wirkungsbeziehung (Hazard ratio 0,75 pro Interquintile). Für die Mortalität wurde ein nichtlinearer Zusammenhang mit der niedrigsten Sterblichkeit im mittleren 15:0-Dosisbereich gezeigt.

Metaanalyse bestätigt Ergebnis

Ihre Ergebnisse wollten die Autoren noch durch eine Metaanalyse ihrer und 17 weiterer Studien zu Biomarkern für die Milchfettaufnahme (15:00 und Heptadecansäure – 17:0) untermauern.  Auch hier waren höhere Milchfett-Biomarker mit einer niedrigeren Rate an kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Einen Zusammenhang mit der Gesamtmortalität bestand dagegen nicht.

Als Schwäche ihrer Untersuchung sehen die Autoren die fehlende Möglichkeit, zwischen verschiedenen Milchprodukten wie Butter, Käse oder Joghurt zu unterscheiden. Zudem wurden die Biomarker in der Regel nur einmalig zu Beginn der Studien bestimmt, was zu Fehleinordnungen geführt haben könnte. Sie regen weitere Untersuchungen zur Kausalität des gefundenen Zusammenhanges und möglichen biologischen Mechanismen an.

  1. Kathy Trieu et al; Biomarkers of dairy fat intake, incident cardiovascular disease, and all-cause mortality: A cohort study, systematic review, and meta-analysis; PLOS Medicine (2021); DOI: https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003763

Bildquelle: © Getty Images / athima tongloom

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