27. November 2018

Teil 2

Therapiemöglichkeiten und Scabies crustosa

Erfahren Sie im folgenden Beitrag mehr über Therapieoptionen bei gewöhnlicher Krätze. Lernen Sie außerdem das Erscheinungsbild der Scabies crustosa kennen.

^Lesedauer: 2 Minuten^

Therapie: Abtötung der Milben sowie Symptombehandlung

Primäres Therapieziel ist die Abtötung der Milben sowie deren Larven und Eier, daneben erfolgt die Behandlung der Symptome. Nach dem RKI-Ratgeber zu Skabies ist eine Behandlung prinzipiell mit topisch applizierten Anti­scabiosa oder syste­misch möglich. Permethrin topisch ist das Mittel der ersten Wahl, das in einer 5%-Creme beispielsweise über Nacht lückenlos aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden abgewaschen werden sollte.

Ist eine bestimmungsgemäße Anwendung nicht möglich, wird Ivermectin oral als Alternative empfohlen, das mit einer Dosis von 200 µg/kg Körpergewicht einmalig zu verabreichen ist. Weitere Alternativen zu Permethrin sind die ebenfalls topischen Antiscabiosa Benzylbenzoat und Crotamiton.1

Abbildung 1: Therapie der gewöhnlichen Skabies (mod. nach 1).
Abbildung 1: Therapie der gewöhnlichen Skabies (mod. nach 1).

Die Behandlung von Patienten und engen Kontaktpersonen sollte möglichst zeitgleich erfolgen. Gegenstände mit längerem Kontakt, wie getragene Kleidung und Bettwäsche, sollten bei 50 °C für mindestens zehn Minuten gewaschen oder für 72 Stunden in Säcke gepackt bei Raumtemperatur gelagert werden.1

Hochansteckend: Sonderform Scabies crustosa (Krustenkrätze)

Abbildung 2: Zu sehen ist ein schwerer Fall von Scabies crustosa mit bis zu drei Zentimeter dicken Verkrustungen.
Abbildung 2: Zu sehen ist ein schwerer Fall von Scabies crustosa mit bis zu drei Zentimeter dicken Verkrustungen.

Im Gegensatz zur gewöhnlichen Krätze geht die Krustenkrätze mit einem wesentlich höheren Infestationsrisiko einher. Befallene Hautbereiche sind von Tausenden bis Millionen von Milben besiedelt. Hier reicht ein kurzer Kontakt zur Übertragung aus – bereits abgefallene, mit Milben besetzte Schuppen können zu einer Ansteckung führen. Es zeigen sich starke diffuse Hyperkeratosen. Aufgrund der fehlenden Immunantwort, kann der für die gewöhnlichen Krätze typische Juckreiz hier nur gering ausgeprägt sein oder ganz fehlen.1

Ein besonderer Fall von Krustenkrätze wurde in unserem Format „Bild der Woche“ rege diskutiert: 3 cm dicke Verkrustungen an den Füßen.

Nach der RKI-Leitlinie für Krätze sollten Betroffene isoliert und nach Möglichkeit stationär behandelt werden. Alle Personen, die in den Wochen vor Ausbruch der Krankheit mit dem Patienten oder kontaminierten Gegenständen in Kontakt getreten sind, müssen untersucht und mitbehandelt werden. Auch Umgebungsmaßnahmen, wie den Umgang mit kontaminierten Gegenständen, müssen intensiver durchgeführt werden. Bei Klamotten wird dringend zu einer aktiven Reinigung geraten. Eine bloße Lagerung gilt als unzureichend.1

Therapieschwierigkeit: Zunehmende Resistenzen

Dr. Eva Kämmerer, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, berichtet dem Ärzteblatt von vermehrtem Versagen bei der Behandlung mit Permethrin. Sie vermutet dahinter Resistenzen von Sarcoptes scabiei und fordert deshalb eine aktuelle bundesweite Erhebung zur Wirksamkeit von Permethrin.

Weiterhin kritisiert Kämmerer an der Scabies-Leitlinie, dass die genannte Übertragungszeit von zehn Minuten als zu hoch angegeben wird. Sie fordert zudem eine erhöhte Wahrnehmungsbereitschaft von Verantwortlichen und Öffentlichkeit bezüglich des Themas.2

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

1. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Skabies (Krätze).
2. Deutsches Ärzteblatt: Skabies: Ein Erfahrungbericht.

Abbildung 1: mod. nach RKI-Ratgeber Skabies, Tabelle 2.
Abbildung 2: Instagram; medicaltalks; Symbolbild mit Modell.

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