19. März 2020

Kommentar

„Covid-19 weist in England nicht die Fallzahlen auf und ist wohl nur ein wirtschaftliches Ablenkungsmanöver“

Dr. Tobias Kuntze arbeitet seit über 15 Jahren als Zahnarzt in London. Er berichtet über die Folgen der Covid-19-Pandemie im Vereinigten Königreich und welche Folgen er befürchtet.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der coliquio-Redaktion. Der Beitrag wurde am 02.04. überarbeitet.

Covid-19 nicht gefährlicher als eine Grippewelle

Ich halte den Fokus auf die Virusgeschichte für ein wirtschaftspolitisches Ablenkungsmanöver; der Krankheitsverlauf von Covid-19 ist zwar dramatischer und trifft unterfinanzierte Gesundheitssysteme sehr schwer, insgesamt gesehen ist die “Pandemie” aber nicht gefährlicher als die jährliche Grippewelle und soll von der unausweichlichen weltweiten Rezession ablenken. Während bereits seit spätestens September 2019 die Anzeichen auf eine sich abkühlende Weltwirtschaft standen wird nun die Schuld auf das SARS-CoV-2 geschoben obwohl die Wirtschaft bewusst und geplant heruntergefahren wird.1

Weiterhin unbemerkt bahnt sich eine feindlichen Übernahme der Weltwirtschaft durch die FED und andere Zentral- und Grossbanken an, die sich derzeit Geldmittel in unbegrenzter Menge drucken und damit den gesamten Markt aufkaufen; anders lassen sich steigende Aktienkurse bei völligem Stillstand der Weltwirtschaft wohl kaum erklären.2-4

Wenn man die Fallzahlen in abgeschlossenen Einheiten wie Süd-Korea oder auf der Diamond Princess betrachtet, kann man von einer Mortalität von 0,05%-1% ausgehen und liegt im Bereich der Mortalität der Viren im Spektrum der Grippewelle.5

Entsprechend wurde durch den Wissenschaftlichen Rat der Vier Lander im Königreich nun Covid-19 als nicht bedrohliche Seuche deklassifiziert (!).6 

In England werden vom Office of National Statistics (ONS) jede Woche die Anzahl an Todesfällen veröffentlicht, aufgeschlüsselt nach Erkrankungen. In diesem Jahr liegen die Werte bei den Gesamtzahlen und bei Todesfällen nach respiratorischen Erkrankungen, meist ein Indikator für Grippe, deutlich unter dem Durchschnitt.7

Mit seinem hohen internationalen Bevölkerungsanteil gehe ich in London von den ersten Fällen bereits Ende letzten Jahres aus. Eine aktuelle Studie aus Oxford vermutet ebenfalls eine frühere Ausbreitung der Pandemie und berechnet eine Durchseuchung von 50% auf der Insel.

Virulenzfaktoren mit Ballungsraum und hoher Luftverschmutzung bestehen hier ebenfalls. Trotzdem lag die aktuelle Sterberate bus zuletzt leicht unter dem Durchschnitt. Dagegen gab es in England im Jahr 2018 eine unerklärt hohe Sterblichkeitsrate, mit einem Anstieg um 12,5% in den ersten Monaten des Jahres. Damals hat die Grippewelle 2017/2018 weltweit 1,5 Millionen Todesopfer gefordert und wahrscheinlich 25.000-30.000 zusätzliche Grippetote in England verursacht.8

Da Grippewellen meist Ende März abebben werden hier vermutlich nicht überdurchschnittlich viele Menschen versterben.

Notstandsverordnungen für Mediziner

In Großbritannien wird seit dem 13.3.2020 per Dekret die Allgemeinbevölkerung nicht mehr in Praxen oder Test-Zentren getestet. Tests erfolgen nur noch bei Verdachtsfällen in Krankenhäusern. Durch diese Maßnahmen werden die offiziellen Fallzahlen nicht mehr groß zunehmen, dafür aber die Sterblichkeit massiv zunehmen.

Was in Großbritannien außerdem beschlossen wurde, sind Notstandsverordnungen u.a. auch für Mediziner, die ohne demokratische Diskussion mit Zustimmung der Opposition im Parlament verabschiedet wurden. In Leitartikeln der Times [14.03. & 18.03.] wird beschrieben, dass die Zulassungsanforderungen für Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal herabgesetzt werden. Ebenso werden Krankenschwestern ohne volle Qualifikation eingestellt. Bei der Todesfeststellung muss zukünftig der Arzt die Leiche nicht mehr sehen und Totenscheine können auch von Pflegepersonal ausgefüllt werden. Die Hürden für Obduktionen auf Nachfragen der Staatsanwaltschaft werden hingegen erhöht, da Covid-19 Verstorbene unverzüglich kremiert werden sollen.

Außerdem kann künftig ein einzelner Arzt über die Notfallbehandlung und Verwahrung von psychisch Kranken entscheiden, bislang sind für diese Entscheidungen zwei Ärzte notwendig. Auch die unabhängige Überprüfung der Zwangseinweisung nach drei Monaten entfällt.9 Ich halte insbesondere die letztere Verfügung für sehr bedenklich und nicht erforderlich zur Bekämpfung einer Pandemie.

Hamsterkäufe, aber zumindest mehr Bewusstsein für Hygiene

Etwas Gutes hat die Situation, endlich waschen sich die Leute die Hände, was hier in England ansonsten niemand gemacht hat. Die Menschen lernen etwas über Hygiene und entwickeln ein bislang kaum vorhandenes Gesundheitsbewusstsein.

Auch in London kam es zu Hamsterkäufen in den Supermärkten, vor allem Nudeln, Reis, Konserven, Hygieneartikel und Medikamente (Ibuprofen, Paracetamol) wurden gekauft. Mittlerweile herrscht teilweise gähnende Leere in den Regalen, es bilden sich lange Schlangen vor den Geschäften und viele Produkte sind rationiert. Dies erinnert einige meiner Patienten an die Zustände in der DDR.

Aufgrund der Maßnahmen der Regierung stehen viele Menschen, gerade aus unteren Schichten, vor dem wirtschaftlichen Ruin. So werden künftig 1,5 Millionen Kinder ohne die kostenlose Schulverpflegung wohl ihre einzige warme Mahlzeit am Tag verlieren.10 Bereits jetzt sind Restaurantketten wie Carluccio’s oder Vapiano im Insovenzverfahren.11

Als vor 2 Jahren 10 Mal so viele Menschen an Influenza gestorben sind, wurde nichts unternommen aber jetzt zerstören wir unsere Wirtschaftsgrundlage ohne ausreichende Evidenz. Es ist dringen notwendig endlich Stichproben der Bevölkerung zu nehmen und eine Lockerung der Hausarrest der weniger gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu unternehmen.

Dr. med. dent. Tobias Kuntze hat in Tübingen Zahnmedizin studiert, nach einer Station in Spanien, praktiziert er seit 15 Jahren in einer Praxis in London.

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