04. Februar 2021

Kaffee scheint bei metastasiertem Darmkrebs die Prognose zu verbessern

Beim Kaffeekonsum brauchen sich Patienten mit einem fortgeschrittenen Kolorektal-Karzinom nicht zurückhalten. Nach neuen Studiendaten scheint mit jeder Tasse des beliebten Getränks die Prognose sogar besser zu werden.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Positive Effekte bei Krebserkrankungen

Kaffee hat viele Eigenschaften die sich bei Krebserkrankungen günstig auswirken könnten. Beschrieben sind u.a. antioxidative, antiinflammatorische, antiangiogenetische und Insulin-sensibilisierende Wirkungen, die beim Kampf gegen den Krebs hilfreich sein könnten.

Schon frühere epidemiologische Studien wiesen darauf hin, dass insbesondere Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Kolorektal-Karzinom von dem Heißgetränk profitieren könnten. Christopher Mackintosh und seine Kollegen von der Mayo Clinic School sind dieser Assoziation jetzt in einer prospektiven Kohortenstudie jetzt noch einmal nachgegangen.

Dazu nutzten sie die Daten von 1.171 Teilnehmern einer Phase-3-Studie zur Therapie des fortgeschrittenen Kolorektal-Karzinoms, bei denen zu Beginn der Studie auch die Lebensgewohnheiten einschließlich des Kaffeekonsums erfasst worden waren. Hinsichtlich der Krebserkrankung unterschieden sich die Kaffeekonsumenten nicht wesentlich von den Nicht-Kaffeetrinkern. Die Beobachtungszeit betrug im Mittel 5,4 Jahre – bei 93 % der Patienten kam es im Laufe der Zeit zu einer Krankheitsprogression.

Mit jeder Tasse steigen die Überlebenschancen

Nach Berücksichtigung zahlreicher Faktoren wie Alter, BMI und Ernährung zeigte sich ein deutlicher Vorteil für die Kaffeetrinker. Schon bei Genuss von einer Tasse am Tag wurde die Progressionstendenz um 5 % und die Mortalität um 7 % im Vergleich zu den Nicht-Kaffeekonsumenten reduziert. Mit jeder weiteren Tasse nahm die positive Wirkung zu – es bestand also eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Wer mindestens vier Tassen am Tag trank, reduzierte damit das Progressionsrisiko um 22 % und das Mortalitätsrisiko um 36 %. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Patienten koffeinhaltigen oder entkoffeinierten Kaffee tranken.

Letztlich betrug die mediane Überlebenszeit bei Kaffeetrinkern 39 Monate und war damit signifikant länger als bei den Patienten, die keinen Kaffee konsumierten (31 Monate). Um allerdings den positiven Effekt von Kaffeekonsum auf die Verlängerung des Gesamtüberlebens klinisch zu beweisen, müssten bereits vor Behandlungsbeginn Patienten auf Kaffeekonsum oder der eines Placebo-Getränks randomisiert werden. Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, welche biologischen Mechanismen der positiven Kaffeewirkung bei Kolorektal-Karzinom zugrunde liegen könnten.

  1. Christopher Mackintosh et al; Association of Coffee Intake With Survival in Patients With Advanced or Metastatic Colorectal Cancer; JAMA Oncology (2020); 6(11):1713-1721. doi:10.1001/jamaoncol.2020.3938

Bildquelle: © gettyImages/SB

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