05. Februar 2021

Kaffee & Koffein: Wissenswertes im Überblick

Welche Mythen zu Kaffee & Koffein stimmen? Vor welchen Krebsarten könnte Kaffee schützen? Warum sollten Schwangere lieber gänzlich auf das koffeinhaltige Getränk verzichten? Wir haben für Sie einige spannende Fakten zum Thema zusammengefasst.

Lesedauer: 3 Minuten

Redaktion: Marc Fröhling

Wachmacher, Mortalität, Krebsrisiko: um kaum ein Getränk ranken sich so viele Mythen wie um den Kaffee. Im vergangenen Jahr hat sich daher ein Übersichtsartikel im New England Journal of Medicine mit den Auswirkungen von Kaffee und Koffein auf die Gesundheit beschäftigt. Danach wirkt Koffein in moderaten Dosen Müdigkeit entgegen und erhöht die Aufmerksamkeit. Den Leistungsrückgang nach einem langfristigen Schlafentzug kann Koffein jedoch nicht kompensieren.

coliquio-Umfrage zu Kaffeekonsum bei Ärzten.

Wie viele Tassen Kaffee trinken Ihre Kollegen täglich?
Ein moderater Kaffeekonsum von 3-5 Standardtassen (400mg Koffein) pro Tag kann Teil eines gesunden Lebensstils sein. Unsere Umfrage unter coliquio-Ärzten zeigt: Der Großteil Ihrer Kollegen konsumiert drei bis vier Tassen Kaffee am Tag, nur 6 % trinken gar keinen Kaffee.

Kaffee ist nicht gleich Koffein

Kaffee ist allerdings nicht mit dem darin enthaltenen Koffein gleichzusetzen. So weisen Metaanalysen auf einen Blutdruckanstieg bei Koffeinzufuhr in Reinform hin. Wird das Koffein aber über Kaffee zugeführt, tritt dieser Effekt nicht auf. Die Forscher vermuten, dass andere Kaffeebestandteile die blutdrucksteigernde Wirkung des Koffeins wieder ausgleichen. Ähnlich wirkt sich Koffein auf den Insulinspiegel aus. Mehr zu diesen und vielen weiteren Auswirkungen von Kaffee und Koffein auf die Gesundheit lesen Sie hier.

Metastasierter Darmkrebs: Prognose durch Kaffeekonsum verbessert?

Eine Assoziation, in der die Unterscheidung zwischen koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee wohl keine Rolle spielt, betrifft die möglicherweise besseren Prognosen von Kaffeetrinkern mit fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom. Eine prospektive Kohortenstudie hat diesen Zusammenhang untersucht. Zu Beginn der Studie wurden die Lebensgewohnheiten der Teilnehmer einschließlich des Kaffeekonsums erfasst. Im Vergleich zu den Nicht-Konsumenten sank bei den Kaffeetrinkern bereits beim Genuss von einer Tasse Kaffee am Tag die Progressionstendenz um 5% und die Mortalität um 7%. Mehr zu den Ergebnissen und Limitationen der Studie lesen Sie hier.

Schützt Kaffee vor einem Prostatakarzinom?

Bereits in früheren Studien wurde Kaffeekonsum mit einem geringeren relativen Risiko für Leber-, Darm- und Brustkrebs assoziiert. Einer aktuellen Metaanalyse zufolge könnte dies auch auf Prostatakrebs zutreffen: Jede zusätzliche Tasse Kaffee am Tag soll das Krebsrisiko um 1 % reduzieren. Aus biologischer Sicht könnte ein verbesserter Glukosestoffwechsel die Ergebnisse erklären. Allerdings ist die möglicherweise falsch klassifizierte Menge an getrunkenem Kaffee eine Limitation der Analyse. Mehr erfahren >>

Koffein in der Schwangerschaft: Meiden oder genießen?

Laut einer Studie aus dem vergangenen Jahr ist Koffein auch in geringen Mengen in der Schwangerschaft nicht so harmlos für das ungeborene Kind, wie man bislang dachte. Professor Dr. Jack E. James von der Universität Reykjavik kommt nach einer weltweiten Literaturrecherche zu dem Fazit, dass ein ungefährlicher Schwellenwert für das Ungeborene nicht definiert werden kann und sich der empfohlene Grenzwert von 200mg wissenschaftlich nicht aufrechterhalten lässt. Mehr zu den Hintergründen seiner Annahmen lesen Sie hier.

Kaffee als Migränetrigger?

Eine prospektive Kohortenstudie hat den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Migräneattacken untersucht. Ab der dritten Tasse täglich scheint demnach bei Erwachsenen, die unter episodischer Migräne leiden, das Risiko einer Kopfschmerzattacke anzusteigen. Allerdings spielte auch die Gewöhnung eine wesentliche Rolle bei den Ergebnissen. Mehr erfahren >>

Kaffeegenuss vor einer Operation möglich?

Für klare Flüssigkeiten gibt es feste Vorgaben für präoperative Nüchternheit. Kaffee wird jedoch aufgrund erhöhter Azidität oder einer verzögerten Magenentleerung häufig kritischer gesehen. Allerdings zeigte sich in einer Untersuchung kein Unterschied auf das gastrale Residualvolumen oder den pH-Wert bei Verzicht auf Kaffee zwei Stunden vor Anästhesiebeginn und über einen längeren Zeitraum. Weshalb auch Kaffee mit Milch in der Regel keinen Einfluss hat, lesen Sie in diesem Beitrag.

Titelbild: © Getty Images/davincii

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