17. November 2021

James Bond und sein riskantes Verhalten

Auf seinen Missionen setzt sich James Bond vielen Gefahren aus. Einige davon sind jedoch nicht sichtbar und werden von ihm gepflegt ignoriert. Erfahren Sie mehr über potenzielle Erkrankungen, welche auf den berühmten Agenten in seinen Filmen lauern.1,2

Durch die Luft übertragene Krankheiten und Aerosole

Auch berücksichtigt der britische Spion keine Vorsichtsmaßnahmen zur Minimierung des Risikos einer Ansteckung mit denjenigen Krankheiten, die wegen Covid-19 so aktuell sind. So reiste er 1967 auf dem Höhepunkt der Vogelgrippe-Epidemie nach Japan und hielt sich während der gesamten Reise zu keinem Zeitpunkt an die Regeln der sozialen Distanz:

Er betrat öffentliche Verkehrsmittel und Menschenansammlungen ohne jeglichen Schutz und ging sogar so weit, die Maske eines anderen zu tragen, um unbemerkt zu bleiben, was eine offensichtliche Ansteckungsgefahr darstellte.

Durch Arthropoden übertragene Infektionen

Auf seinen Reisen um die Welt besucht 007 mehrere Reiseziele, an denen Krankheiten wie Malaria (Bahamas), Dengue-Fieber (Jamaika) und Chikungunya (Indien) besonders häufig vorkommen, ohne die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen gegen Insektenstiche, die Überträger dieser Krankheiten, zu treffen.

In Japan beispielsweise, wo die durch Flaviviren verursachte Japanische Enzephalitis weit verbreitet ist, ignoriert der Geheimagent das Summen einer Mücke, während er in anderen malariagefährdeten Ländern bei offenem Fenster und ohne Moskitonetz schläft.

Andere durch Vektoren übertragene Infektionen und vernachlässigte tropische Krankheiten

Die Infektionen, die der berühmte Geheimagent riskiert, sind nicht nur solche, die durch Gliederfüßer übertragen werden, es gibt noch weitere, von denen zwei Beispiele im Folgenden aufgeführt werden. In der Türkei reist Bond mit Ratten in einem Boot, ohne Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, und riskiert so, sich mit Leptospira anzustecken, einem zoonotischen Bakterium, das im Urin infizierter Nagetiere vorkommt und zum Tod führen kann.

In Indien wird er von einem Blutegel angegriffen, den er mit seinem Feuerzeug verbrennt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er seinen Darminhalt in seine Blutbahn erbricht, was zu Bakteriämie und Sepsis führen kann.

Was die vernachlässigten Tropenkrankheiten betrifft, so ist 007 in der Karibik, wo sie endemisch sind, wiederholt mehreren von ihnen ausgesetzt, indem er barfuß über die Strände läuft und sich dabei der Gefahr aussetzt, sich mit der kutanen Larva migrans, einer Hautparasitose, die durch den Kontakt der Haut mit filariformen Hakenwurmlarven erworben wird, und der Tungiasis, einer parasitären Krankheit, die durch das Eindringen von Sandflohweibchen in die Haut verursacht wird, wo sie ihre Eier ablegen, zu infizieren.

Tollwut, wenn man einen aggressiven – und möglicherweise tollwütigen – streunenden Hund in Vietnam, einem Land, in dem die Krankheit endemisch ist, ignoriert, oder die Gefahr, von Schlangen an verschiedenen Orten wie Indien oder den karibischen Inseln gebissen zu werden, stehen ebenfalls auf dieser Liste.

Risiken im Zusammenhang mit einer schlechten Reisevorbereitung

Es wird oft beobachtet, dass James Bond wenig auf technische Ratschläge achtet, um die potenziell tödlichen Nebenwirkungen des Tauchens zu vermeiden, wie z. B. die Dekompressionskrankheit, die durch einen schnellen Aufstieg aus der Tiefe verursacht wird und die auftritt, wenn er wie ein Torpedo aus einem U-Boot herausgeschleudert wird, wie in zwei seiner Filme geschehen.

Ein weiteres Gesundheitsproblem, das Bond übersehen hat, ist sein Wasserhaushalt. Die große Menge an alkoholischen Getränken, die er konsumiert, verhindert nicht die Dehydrierung, ein Risiko, das der Spion oft eingeht, wenn er in heißem Klima extreme körperliche Aktivitäten ausübt.

Außerdem trägt Bond nie Sonnenschutzmittel auf und ist bei extremer Hitze oft unangemessen gekleidet.

Schlussfolgerungen

Nach Durchsicht aller Filme ist die logische Schlussfolgerung, dass Agent 007 ein sehr glücklicher Mensch ist, denn er hat nicht nur unzählige Bösewichte überlebt, die ihm mit allen möglichen Tricks den Garaus machen wollten, sondern auch viele Situationen unbeschadet überstanden, in denen er seine Gesundheit auf vielfältige Weise gefährdet hat.

“Dieser offensichtliche Leichtsinn des Bond-Agenten lässt uns vermuten, dass er an Toxoplasmose leidet, einer Krankheit, die bei Mäusen mit einem verminderten Risikobewusstsein in Verbindung gebracht wurde”, so die Forscher dieser Studie gegenüber Univadis España ironisch.

Diese Arbeit mag trivial erscheinen, da er eine fiktive Figur ist und kaum einer seiner Anhänger auf die Idee käme, sein Verhalten zu reproduzieren. Die Risiken, die James Bond eingeht, können ein nützliches Instrument sein, um die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema der Ansteckungsgefahr bei der Arbeit und auf Reisen zu lenken, ein Thema, das ein großer Teil der Gesellschaft bei der Reisevorbereitung nicht in vollem Umfang berücksichtigt”, so die Schlussfolgerung der Forscher.

Dieser Beitrag erschien im Original bei Univadis España.

  1. Graumans W et al. No time to die: An in-depth analysis of James Bond´s exposure to infectious agents. Travel Medicine and Infections Disease 2021; 44: 102175
  2. Sierra C. Bond, James Bond… agente secreto con licencia para no enfermar. Univadis Espana, 09.11.2021

Bildquelle: © Getty Images/koksikoks

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