16. Oktober 2019

Influenza: 6 zentrale Fragen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) beantwortet alle wichtigen Fragen Grippeschutzimpfung 2019, von den empfohlenen Personengruppen über die Impfstoffzusammensetzung bis hin zu Impfquoten bei medizinischem Personal.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf Informationen des RKI, die Christoph Renninger für Sie zusammengefasst hat.1

Für wen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die saisonale Influenza-Impfung?

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung ab dem 1. Trimenon
  • bei erhöhter Gefährdung durch Grunderkrankungen wie chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immundefizienz, HIV
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die mit Personen aus den Risikogruppen im gleichen Haushalt leben
  • medizinisches Personal
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen mit Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (Gefahr einer Doppelinfektion mit Vogelgrippe)

Wann sollte geimpft werden?

In den vergangenen Jahren hat die Influenzawelle in Deutschland meist nach der Jahreswende begonnen. Da es 10 bis 14 Tage dauert, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, sollte die Impfung im Oktober oder November erfolgen. Auch Impfungen im Dezember oder während der Grippewelle können noch sinnvoll sein.

Wie setzt sich der Impfstoff 2019/2020 zusammen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen gegenüber der Vorsaison veränderten Kombinationsimpfstoff. Quadrivalente Influenzaimpfstoffe sollen Antigene der folgenden Influenzaviren enthalten:

  • A/Brisbane/02/2018 (H1N1) pdm09-ähnlicher Stamm
  • A/Kansas/14/2017 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Colorado/06/2017-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)
  • B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm (Yamagata-Linie)

Warum empfiehlt die STIKO einen Vierfachimpfstoff?

Bis zur Saison 2012/2013 wurden ausschließlich trivalente Impfstoffe (2 A- und 1 B-Subtyp) verwendet. Quadrivalente Impfstoffe bieten gerade in Saisons, in denen Influenza-B-Viruslinien zirkuliren, einen besseren Schutz. Daher entschied sich die STIKO 2017, generell den Vierfachimpfstoff zu empfehlen.

Auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) folgte im April 2018 dieser Empfehlung. Damit wird die Impfung Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Welche Nebenwirkungen können nach einer Grippeschutzimpfung auftreten?

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Wie bei anderen Impfungen auch, kann es zu Lokalreaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung der Impfstelle) kommen.

Bei der Impfung mit einem Lebendimpfstoff kann eine verstopfte oder laufende Nase auftreten. Außerdem treten manchmal Allgemeinsymptome einer Erkältung auf (Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen). Die Beschwerden klingen nach 1-2 Tagen folgenlos wieder ab.

Wie hoch ist die Impfquote?

Die Zielvorgabe der Europäischen Union mit einer Impfquote von 75% bei älteren Menschen wird in Deutschland nicht annähernd erreicht. Auch die Impfquoten bei Schwangeren (2012 bis 2014 nur 11%) sind zu niedrig.

In einer Studie im Jahr 2010 haben nur 61% der niedergelassenen Ärzte an sich regelmäßige gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. Die OKaPII-Studie des RKIs zeigte im Jahr 2017 unter 6000 Klinikmitarbeitern Impfquoten von 61% (Ärzte), 33% (Pflegepersonal) und 34% (therapeutische Berufe). 2

  1. Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten. Robert-Koch-Institut, Stand 17.09.2019
  2. OKaPII-Studie: Online-Befragung von Klinik­personal zur Influenza-Impfung

Bildquelle: © Getty Images/Stadtratte

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