28. Januar 2020

Coronavirus

Abklärung von Verdachtsfällen

Für Einrichtungen des Gesundheitswesens in Deutschland werden aufgrund der aktuellen Datenlage vom Robert Koch-Institut nachfolgende Empfehlungen gegeben. 1
(Stand: 27.02.2020)

Lesedauer: 1 Minute

Hygienemaßnahmen & Infektionskontrolle

Im Verdachtsfall kann der Arzt entscheiden, ob ein Patient zu Hause isoliert wird oder stationär. Maßgebend sind dafür der klinische Zustand des Patienten sowie Vorerkrankungen, die einen Risikofaktor für Komplikationen darstellen. Im Austausch mit dem Gesundheitsamt können geeignete Patienten mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion im häuslichen Umfeld verbleiben, bis die Laborergebnisse verfügbar sind. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, können Sie hier nachlesen.

Zur Prävention der Tröpfcheninfektion gehören das Tragen eines mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes mit korrektem Sitz vom Patienten (sofern toleriert), die Unterbringung in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum/Schleuse, wenn dies nicht möglich ist in einem Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, und zusätzlich vom Personal die Verwendung von Schutzkleidung, Schutzbrille, mindestens FFP2-Masken als Atemschutz und Handschuhen neben der konsequenten Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK) erklärte zudem, dass Zimmer auch nachträglich mit einer Schleuse ausgestattet werden können, indem man den Eingangsbereich eines Krankenzimmers mit Folien abtrennt. 2

Handeln im Falle einer bestätigten Infektion

Handelt es sich um einen mittels Labordiagnostik bestätigen Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus werden Maßnahmen empfohlen gemäß den “Empfehlungen des Robert Koch-Institutes für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit bestätigter Infektion durch SARS-CoV-2″.

Dies beinhaltet unter anderem die Isolierung in einem Isolierzimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion und ebenfalls die Verwendung von mindestens FFP2-Masken als Atemschutz. Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.

Diesbezüglich wird auch auf die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut zur “Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten” verwiesen. Dort sind im Kapitel 3 die erweiterten, über die Basishygiene hinausgehende Maßnahmen aufgeführt, sowie in der Tabelle 1 die empfohlenen Maßnahmen bei Erkrankungen mit Coronaviren.

…auf keinen Fall direkt in die Notaufnahme oder zu ihrem Hausarzt gehen.“

Der Hauptgeschäftsführer der DKG Georg Baum empfiehlt: „Menschen, die Sorge haben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, sollten keinesfalls direkt in die Notaufnahmen oder zu ihrem Hausarzt gehen. Die lokalen Gesundheitsämter haben zu diesem Zweck spezielle Telefonnummern eingerichtet, unter denen möglicherweise Infizierte weitere Anweisungen und Beratung erhalten. Üblicherweise wird im begründeten Verdachtsfall ein Abstrich bei den potentiell Infizierten zuhause vorgenommen und sofort in einem Labor überprüft. Hilfe gibt auch die Nummer des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117. Im begründeten Verdachtsfall sollten Betroffene bis zur Abklärung vor allem Kontakte zu anderen Menschen vermeiden.” 2

Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte

Das Robert-Koch-Institut bietet in einem ausdruckbaren Flussdiagramm eine praktische Übersicht zum empfohlenen Vorgehen für Niedergelassene und Kliniker im Umgang mit Patienten mit Verdacht auf COVID-19.

  1. Empfehlungen des RKI für die Hygiene­maßnahmen und Infektions­kontrolle bei Patienten mit Pneumonien verursacht durch ein neuartiges Coronavirus (nCoV) aus Wuhan, China. Robert Koch-Institut, 24.01.2020
  2. Deutsche Krankenhausgesellschaft, Pressemitteilung vom 27.02.2020

Bildquelle: © Getty Images/ Nodar Chemishec

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