28. Januar 2020

Coronavirus

RKI-Hinweise zur Diagnostik

Das Robert Koch-Institut hat vorläufige Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem in Wuhan entdeckten neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) veröffentlicht.1

Lesedauer: 2 Minuten

Probenmaterial für die PCR-Diagnostik zum Erregernachweis

Wenn möglich, sollten Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.
tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret
obere Atemwege
  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden (“Virustupfer” mit entsprechendem Transport-Medium (kein Agar-Tupfer); bei Nasopharynx-Abstrich ist ein flexibler Schaft des Tupfers erforderlich). Für Hinweise zur korrekten Durchführung der Probennahme wird auf das WHO-Dokument: “Collecting, preserving and shipping specimens for the diagnosis of avian influenza A(H5N1) virus infection” verwiesen.

Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Viruslast zu erhöhen.

Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.

Verpackung und Versand

Klinische Proben von Verdachtsfällen zum Nachweis von 2019-nCoV sind als „Biologischer Stoff, Kategorie B“ der UN-Nr. 3373 zuzuordnen und nach Maßgabe der Verpackungsanweisung P650 zu verpacken. Der Versand sollte wenn möglich gekühlt erfolgen (s. Probenentnahme).

Die Verpackung besteht aus 3 Komponenten und ist kommerziell erwerblich:

  1. Primärverpackung = Probengefäß (z.B. Tupferröhrchen oder Monovette)
  2. Sekundärverpackung = Schutzgefäß (flüssigkeitsdicht verschraubtes Plastikröhrchen, darin saugfähiges Material)
  3. Umverpackung = Kistenförmige Verpackung

Die verschlossenen Versandstücke sind als “Biologischer Stoff, Kategorie B” und “UN 3373″ in Raute (Seitenlänge mind. 50 × 50 mm) sowie mit der Telefonnummer einer verantwortlichen Person zu kennzeichnen. Außerdem ist ein Kennzeichen für die Bauartprüfung der Verpackung vorgeschrieben.

Der Versand sollte über einen Paketdienst und nur nach Absprache mit dem untersuchenden Labor erfolgen.

Erregernachweis durch RT-PCR

Für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem 2019-nCoV werden erste PCR-Nachweissysteme u.a. auch vom Konsiliarlabor für Coronaviren (Charité Berlin) entwickelt und vorläufig validiert, die über die Webseite der WHO zu Coronaviren verfügbar sind. Proben zur Untersuchung können an das Konsiliarlabor für Coronaviren verschickt werden.

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit 2019-nCoV nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z.B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport, ungünstigem Zeitpunkt der Probenentnahme oder anderen Gründen (z.B. Virusmutation) nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit starkem Verdacht auf 2019-nCoV-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Proben-entnahme und –untersuchung abgesprochen werden. Die alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx ist zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet.

Die Proben sollten ebenfalls auf andere relevante respiratorische Erreger untersucht werden. Die vom Patienten gewonnenen Proben sollten asserviert werden, um im Zweifelsfall weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

Weiter Informationen und Ansprechpartner finden Sie hier.

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