07. Januar 2022

Jeder Schritt zählt

Schon geringfügige Bewegung vermindert Demenzrisiko

Mehrere Stunden sportliche Aktivität pro Woche reduzieren bei älteren Menschen bekanntlich Morbidität und Mortalität. Zur Reduktion des Demenzrisikos reicht aber möglicherweise auch schon ein bisschen mehr Bewegung im Alltag, wie eine retrospektive Kohortenstudie aus Korea nahelegt. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Um sich auch im Alter möglichst lange gesund und fit zu bleiben, wird eine regelmäßige moderate bis intensive körperliche Aktivität von mindestens 150 bis 300 Minuten pro Woche empfohlen – das entspricht 500 bis 999 metabolischen Äquivalenz (MET)-Minuten pro Woche. Mehr als 150 Minuten/Woche moderates aerobes Training (z.B. schnelles Gehen) ist bei über 65-Jährigen bereits mit einer 30-prozentigen Reduktion von Morbidität, Mortalität, Behinderung und Gebrechlichkeit verbunden.

Das Studiendesign

Viele ältere Menschen sind aber aufgrund von Komorbiditäten und Gebrechlichkeit gar nicht in der Lage zu moderaten oder gar intensiven sportlichen Aktivitäten. In der Kohortenstudie von Minjae Noon et al wurden 62.286 über 65-jährige Probanden (60,4 % Frauen, im Mittel 73,2 Jahre alt) ohne vorbestehende Demenz nach ihrer körperlichen Aktivität gefragt und über im Mittel 42 Monate nachverfolgt. In diesem Zeitraum entwickelten 3.757 Teilnehmende (6,0 %) eine Demenz, was einer Inzidenz von 21,6 pro 1.000 Personenjahre entspricht.

Je mehr Aktivität, desto geringer das Demenzrisiko

Im Vergleich zu gänzlich inaktiven Älteren (nur Basisbewegungen, 0 MET-Min/Woche) zeigten Personen mit geringer Aktivität (1-499 MET-Min/Woche) bereits ein 10 % geringeres Demenzrisiko (HR 0,90). Bei ausreichender Aktivität (500-999 MET-Min/Woche) war das Risiko um 20 % vermindert und bei sehr hoher körperlicher Aktivität (> 1.000 MET-Min/Woche) um 28 %. Nach Berücksichtigung von Kofaktoren wie Alter, Geschlecht und Komorbiditäten einschließlich Schlaganfall war eine sehr geringe Aktivität (1-299 MET-Min/Woche) bereits mit einem 16 % geringerem Demenzrisiko im Vergleich zu einer sitzenden Lebensweise verbunden.

Fazit: Jede Bewegung zählt

Auch ältere Menschen, denen es schwerfällt sportliche Aktivitäten in ihr Leben zu integrieren, sollten somit angehalten werden, sich zumindest ein bisschen zu bewegen. In Bezug auf die Prävention der Demenz scheint die Regel zu gelten „Jede Bewegung zählt.“

  1. Minjae Yoon  et al; Association of Physical Activity Level With Risk of Dementia in a Nationwide Cohort in Korea; JAMA Network open (2021); 4(12):e2138526. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.38526

Bildquelle: © gettyImages/Jose Luis Pelaez Inc

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Jeremy Schneider, Blake DeSimone
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653