31. Juli 2020

Ein Studien-Update

Schaden aluminiumhaltige Deos der Gesundheit?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2 aktuelle Studien zum Anlass genommen, eine Neubewertung zu Gesundheitsrisiken von Aluminium in Antitranspirantien durchzuführen. Erfahren Sie hier das Ergebnis. 1

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Aluminiumsalze sind ein wichtiger Wirkstoff von Antitranspirantien. Sie blockieren temporär die Schweißporen, so dass das Schwitzen unter den Achseln ausbleibt. Zudem wirken sie antibakteriell und vermindern so den Schweißgeruch. In Antitranspirantien wird vor allem Aluminiumchlorohydrat (ACH) verwendet, erklärt das Bundesintitut für Risikobewertung BfR in einer aktuellen Stellungnahme.

Kein Hinweis auf gesundheitliche Risiken

Das Insitut hat nun das Studiendesign und die Ergebnisse von einer älteren und den 2 aktuellen Humanstudien zur dermalen Bioverfügbarkeit von Aluminium aus ACH-haltigen Antitranspirantien miteinander verglichen und eine Risikobewertung vorgenommen:

Das Ergebnis der BfR-Analyse: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die regelmäßige Nutzung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien sind unwahrscheinlich.

Diese Studien lagen der BfR-Neubewertung zugrunde

  • R. Flarend et al: A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium-26
  • TNO. Assessment of bioavailability of aluminium, as aluminium chlorohydrate, in humans after topical application of a representative antiperspirant formulation using a [26Al] microtracer approach. Study commissioned by the Cosmetics Industry via Cosmetics Europe. 2016
  • TNO. Assessment of bioavailability of aluminium in humans after topical application of a representative antiperspirant formulation using a [26Al] microtracer approach.

Die TNO-Studien (Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung) wurden von der Kosmetikindustrie über Cosmetics Europe in Auftrag gegeben.

Alle drei Studien basieren auf der Messung der Aluminiumkonzentration im Blut und/oder Urin. Eine Schwierigkeit bei der Ermittlung der dermalen Bioverfügbarkeit von Aluminium besteht laut BfR darin, zu unterscheiden, welche Anteile der Aluminiummenge im Körper der Aufnahme über die Haut und welche der allgemeinen Hintergrundbelastung gegenüber Aluminium aus anderen Quellen (z. B. aus Lebensmitteln) zuzuschreiben ist.

Studien liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse

Deshalb wurden in allen drei Studien ACH-haltige Formulierungen verwendet, die mit dem extrem seltenen Radionuklid Aluminium-26 (26Al) markiert waren. Die drei Humanstudien liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse. Den belastbarsten Wert für die Bioverfügbarkeit lieferte die Studie von 2019, die dem BfR im Original vorliegt. Für die Aufnahme von Aluminium über die Haut wurde eine Bioverfügbarkeit von 0,00192 % der aufgetragenen Aluminiummenge ermittelt. Diesen Wert hat das BfR für seine Risikobewertung zugrunde gelegt und daraus die Aufnahmemenge über die Haut in einer Modellrechnung abgeleitet.

Bei der Risikobewertung von Aluminium ist es jedoch grundsätzlich wichtig, die Gesamtaufnahme über die verschiedenen Eintragspfade wie Lebensmittel oder aluminiumhaltige Produkte für den Lebensmittelkontakt zu betrachten, erklärt das Institut. Der Beitrag von aluminiumhaltigen Antitranspirantien zur Gesamtbelastung mit Aluminium ist aber deutlich geringer als bisher angenommen.

  1. BfR Stellungnahme 030/2020: Neue Studien zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien: Gesundheitliche Beein-trächtigungen durch Aluminium-Aufnahme über die Haut sind unwahrscheinlich
  2. Flarend, R.; Bin, T.; Elmore, D.; Hem, S.L. A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium-26. Food Chem Toxicol 2001;39:163-168
  3. TNO. Assessment of bioavailability of aluminium, as aluminium chlorohydrate, in humans after topical application of a representative antiperspirant formulation using a [26Al] microtracer approach. Study commissioned by the Cosmetics Industry via Cosmetics Europe. 2016
  4. TNO. Assessment of bioavailability of aluminium in humans after topical application of a representative antiperspirant formulation using a [26Al] microtracer approach. Study commissioned by the Cosmetics Industry via Cosmetics Europe. 2019

Bildquelle: © GettyImages/fizkes

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