24. Januar 2020

Teil 2

Ärzte international: Die größten Hindernisse & E-Health in der Praxis

Lesen Sie hier, welche in den Augen Ihrer Kollegen die größten Hindernisse in der Reduktion von Leistungen mit geringem Nutzen sind und welche Länder am häufigsten auf E-Health-Instrumente setzen.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Redaktion: Marc Fröhling

Wenig Zeit & Angst vor Strafen: Die größten Hindernisse

Abb. 1: Behandlungsfehler

Zwei Drittel der deutschen Ärzte beurteilen die Angst vor den Folgen von Behandlungsfehlern als bedeutendes Hindernis, das der Reduktion von medizinischen Leistungen mit geringem Nutzen im Wege steht. International liegen sie damit an erster Stelle.

Abb. 2: Fehlen von Tools und Entscheidungshilfen

Was das Fehlen von Tools und Entscheidungshilfen als bedeutendes Hindernis angeht, liegt Deutschland ebenfalls an erster Stelle. 41,3 % der deutschen Ärzte sehen hierin ein großes Problem.

Abb. 3: Zeitmangel

Zeitmangel ist für zwei Drittel der britischen Ärzte ein bedeutendes Hindernis in der Reduktion von medizinischen Leistungen mit geringem Nutzen. 50 % der Ärzte hierzulande sehen dies ebenso, damit liegt Deutschland an zweiter Stelle.

Abb. 4: Unnötige Tests

Die Forderung von Patienten nach unnötigen Tests empfinden 70 % der niederländischen Kollegen als bedeutendes Hindernis, gefolgt von Ärzten aus Norwegen, Großbritannien und der Schweiz. Deutschland liegt hier mit 57,2 % im Mittelfeld.

Schlusslicht Deutschland: Unterstützung durch E-Health-Instrumente

Austausch von Arzt zu Arzt: 93,1 % der norwegischen Ärzte gaben an, mit ihren Kollegen über E-Health-Instrumente Krankheitsbilder auszutauschen. In Deutschland nutzen dies nur 11,8 % der teilnehmenden Ärzte. Zwar nutzen knapp ein Drittel der deutschen Kollegen E-Health-Instrumente für den Austausch von Labordaten, dennoch bildet Deutschland auch hier das Schlusslicht. An erster Stelle liegt wiederum Norwegen vor Neuseeland und Schweden. Ein vergleichbares Bild zeigt sich auch, was den Austausch von Medikamentenlisten eines Patienten angeht.
Die detaillierten Ergebnisse finden Sie in der folgenden Bildergalerie:

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Abb. 5: Video-Sprechstunde

Austausch von Arzt und Patient: 33 % der schwedischen Ärzte bieten häufig oder zumindest gelegentlich die Möglichkeit einer Video-Konsultation an. Die Schlusslichter sind hier die Schweiz, die Niederlande und Deutschland, wo dieser Service von 4 % der Kollegen angeboten wird.

Abb. 6: Testresultate

Wenn es für Patienten um die Möglichkeit geht, Testresultate mit E-Health-Unterstützung einzusehen, liegen die USA an erster Stelle (76,1 %) gefolgt von Schweden mit 68,4 % und Neuseeland
(68,3 %). Mit 2,2 % bildet Deutschland in dieser Statistik das Schlusslicht.

0,3 % der teilnehmenden deutschen Ärzte bietet ihren Patienten eine Zusammenfassung vorangegangener Besuche über E-Health Instrumente an. In Schweden zeigt sich ein gegensätzliches Bild: 87,5 % der Ärzte bieten diesen Service an. Über 90 % der Ärzte in Schweden, Norwegen und Großbritannien bieten ihren Patienten die Möglichkeit, eine Rezeptverlängerung online zu beantragen. Ein Fünftel der deutschen Ärzte bietet dies ebenfalls an. Schlusslicht ist hier Frankreich. Wenn es um die Online-Vereinbarung eines Termins geht, liegt Großbritannien an erster Stelle (90,4 %). In Deutschland bieten 14,7 % der Erstversorger diesen Service an.
Die detaillierten Ergebnisse finden Sie in der folgenden Bildergalerie:

1. Michelle M. Doty et al: Primary Care Physicians’ Role In Coordinating Medical And Health-Related Social Needs In Eleven Countries. Health Affairs, Vol.39 No.1; 10.12.2019. DOI: https://doi.org/10.1377/hlthaff.2019.01088
2. Pahud, Oliver: Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung – Situation in der Schweiz und im internationalen Vergleich. Schweizerisches Gesundheitsobservatorium; 2019.
3. Schweizer Hausärzte im internationalen Vergleich. Medinside; 16.12.2019.
4. Michelle M. Doty et al.: 2019 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Primary Care Physicians. The Commonwealth Fund; 10.12.2019.

Titelbild: © Getty Images/metamorworks

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