05. Juli 2019

Ärzte in Sozialen Medien: Teil 2

Datenschutz & das Arzt-Patienten-Verhältnis

Im zweiten Teil des Beitrags erfahren Sie, welche Punkte für ein korrektes Arzt-Patienten-Verhältnis in Sozialen Netzwerken relevant sind. Lesen Sie außerdem alles Wichtige zum Thema Datenschutz.

Lesedauer: 2 Minuten

Datenschutz: Das gilt es zu beachten

Ein Beispiel: Patienten hinterlassen in einem Sozialen Netzwerk auf der Seite eines Dermatologen Kommentare. Nach einiger Zeit nimmt ein Salbenhersteller Kontakt zu diesen Patienten auf. Diese sind verärgert über die Weitergabe ihrer Daten und sehen hier den Arzt in der Verantwortung.

Wenn man Inhalte auf einer sozialen Plattform erstellt und verbreitet, sind folgende Fragen bezüglich des Datenschutzes hilfreich:

  • Was kann mit meinen Daten im Sozialen Netzwerk im Rahmen der AGBs passieren?
  • Welche Nutzungsrechte räumt sich ein Anbieter für die eingestellten Daten ein?
  • Welche Leser sehen meine Einträge? Kann der Leserkreis technisch eingeschränkt werden?
  • Wie kann die Privatsphäre technisch gewahrt werden?

Wachsende Bedeutung Sozialer Kanäle im Gesundheitsbereich
Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über den Einsatz Sozialer Medien in Freizeit und Beruf. Eine Hilfestellung bei juristischen Problemen liefern unter anderem die Bundesärztekammer und die Schweizer Ärztevereinigung FMH.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis in Sozialen Netzwerken

Online-Freundschaften und deren Grenzen: Ein Patient, der zugleich Ihre letzten Urlaubsbilder kommentiert und die neuesten Untersuchungsergebnisse über das Soziale Netzwerk verlangt? Das geht zu weit. Neben Problemen mit der Schweigepflicht führt dies zu einer Vermischung beruflicher und privater Themen.

Daher gilt: Das Arzt-Patienten-Verhältnis muss strikt von einer rein persönlichen Beziehung getrennt werden, um die nötige Distanz zu wahren. Hier können separate private und berufliche Accounts im Sozialen Netzwerk helfen. Auf der anderen Seite gilt auch für den Arzt die Regel, niemals die Privatsphäre und Vertraulichkeit des Patienten zu untergraben.1

Schutz vor Selbstoffenbarung: Patienten sollten davor bewahrt werden, zu offen mit ihrer Krankheitsgeschichte im Netz umzugehen, denn jeder Nutzer sollte die Frage abwägen: „Wie viel Privates gebe ich von mir preis?“. Das Problem: Die Präsenz von Ärzten in einem Sozialen Netzwerk kann Patienten dazu verleiten, zu viel zu offenbaren.

Ein Beispiel: Ein Patient postet auf der Seite eines Arztes ein sensibles gesundheitliches Anliegen. Da er seinen Klarnamen verwendet, ist es für andere Nutzer kein Problem, das Profil des Mannes ausfindig zu machen. Dort erhält dieser nun beleidigende Einträge.

Um dies zu vermeiden, können Sie Ihre Patienten explizit auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen. Daneben können Sie das Posten von Beiträgen durch Besucher Ihrer Seite einschränken indem Sie die Einstellungsmöglichkeiten zur Darstellung von Beiträgen und Anfragen nutzen.1

Im Überblick: Das Arzt-Patientenverhältnis in Sozialen Medien

  • Datenschutz und Datensicherheit beachten
  • Distanz wahren: Private und berufliche Themen trennen
  • Privatsphäre und Vertraulichkeit des Patienten respektieren
  • Patienten vor Selbstoffenbarung schützen

1. Ärzte in sozialen Medien. Handreichung der Bundesärztekammer; 20.02.2014.

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