20. Dezember 2019

Absurde Behandlungswünsche von Patienten

Mitunter treten Patienten mit ungewöhnlichen, unvernünftigen oder auch gefährlichen Wünschen an ihre Ärzte heran. Lesen Sie hier, was Ihren Kollegen bereits widerfahren ist und wie sie damit umgegangen sind.

Lesedauer: 3 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf der Forumsdiskussion „Absurde Behandlungswünsche: Was haben Sie schon erlebt?”. Redaktion: Marc Fröhling

Gedächtnis löschen: Eine junge Patientin von Neurologe „chrnun“ ist verheiratet und hat mit ihrem Mann bereits zwei Kinder. Was ihr Glück jedoch trübt, sind wiederkehrende Erinnerungen an ihre erste Liebe. Nun habe sie gelesen, dass es bei einer Elektrokonvulsionstherapie (EKT) zu Gedächtnislöschungen kommen kann, woraufhin Sie ihren Arzt bat, eben diese bei sich herbeizuführen. Frust machte sich breit, als „chrnun“ ihr erklären musste, dass die Gedächtnisstörungen nicht gezielt steuerbar und immer vollständig reversibel seien und außerdem nur kurzfristig auftreten.

Musikalische Verschönerung: Als die US-Army noch in Augsburg vertreten war, erhielt Zahnmediziner „dottoreroberto1“ gelegentlich Anfragen dunkelhäutiger Musiker zur Verschönerung ihrer Frontzähne – beispielsweise ein labiales Goldinlay in Form eines Violinschlüssels. Sein Techniker und er hatten Spaß bei der Sache und dachten sich: „Wenn wir das nicht machen, gehen sie eben zum Kollegen um die Ecke.”

Kloreiniger für die Zähne: Im Fall einer Patientin von Zahnmediziner „lemonis“ handelt es sich zwar nicht um einen Behandlungswunsch, absurd ist ihr Geständnis dennoch: Sie hat ihm gegenüber zugegeben, ihre Zähne mit Kloreiniger gebleicht zu haben. Ein Jahr lang habe sie sich regelmäßig den Mund mit Taschentüchern ausgestopft, damit das Zeug nicht in ihren Mund gelangte. Das Resultat: Die vestibuläre Zahnfläche sah danach sehr dünn aus.

Vom Zimmer ohne Alpenblick bis zum Reha-Abbruch wegen einer schlechten Internetverbindung: coliquio-Mitglied „waterproof“ ist auf der Suche nach den absurdesten Patientenbeschwerden.

Heimvideo-Abend: Gastroenterologe „alblore“ sollte bei einem Patienten eine Koloskopie durchführen. Dieser wünschte sich dabei von ihm, die Prozedur für seinen schwulen Freund für einen gemeinsamen Heimvideo-Abend auf eine DVD zu brennen.

Salatgurken & Staubsauger: „alblore“ hat in seinem Endoskopie-Video-Fundus Filmsequenzen einer kompletten Salatgurke im Rektosigmoid. Der Patient habe sich „bei einem spannenden Computerspiel versehentlich auf die Gurke gesetzt.“ Ähnlich erging es einem Patienten von Allgemeinmedizinerin „lightfull“: Dieser war versehentlich mit seinem Penis in ein Staubsaugerrohr geraten. Die Befreiung erwies sich wegen der durch das Vakuum entstandenen Gewebeschäden als nicht einfach.

(K)ein echter Notfall: Allgemeinmediziner „gardeloup“ berichtet von einem Vorfall in der Rettungsstelle, bei dem ein Patient seine Potenzstörung behandelt bekommen wollte. Urologe „auakbkl“ erzählt von einem vergleichbaren Fall, bei dem er im Notdienst aus ähnlichen Gründen um 3 Uhr morgens aus dem Bett geworfen wurde.

Auch Kollege „micnemed” aus der Neurologie war kürzlich im ärztlichen Bereitschaftsdienst tätig. Dort stellte sich eine junge Frau mit einer drückenden Unebenheit auf der Nase vor. Weshalb er diesen Fall im coliquio-Forum zur Diskussion stellte, lesen Sie hier.

Vampirzähne: Sowohl „karen_blixen78“ als auch „simond“ wurden von Patienten um die Modellierung dauerhafter Vampir-Eckzähne gebeten. „schupp5575“ hat diesen Wunsch seiner kleinen Tochter für die Fastnacht erfüllt und ihre Eckzähne dementsprechend drapiert.

Spontanheilung durch Heil- und Kostenplan: Zahnmediziner „rabeaussteinfeld“ berichtet von unvernünftigen Sonderwünschen, etwa der Bitte, hässliche Frontzähne mit Vollkeramikkronen zu überziehen, dabei aber den gammelnden Zahn entgegen aller Kassenrichtlinien nicht zu extrahieren. Generell erfüllt er alle Wünsche, für die es eine Gebührennummer gibt. Allerdings rechnet er diese als Wunschleistung und nicht auf Chipkarte. Eine Spontanheilung erfolgt meist nach Vorlage eines Heil- und Kostenplanes.

Die etwas andere Halskette: Urologe „haasand“ wurde von einem Patienten mit Hodentumor gefragt, ob dieser den abladierten Hoden behalten könne, um sich daraus einen Anhänger für eine Halskette zu machen. Zudem äußerte der Patient den Wunsch, bei der Hodenprothese doch bitte ein größeres Modell zu implantieren. „haasand“ konnte ihm beide Wünsche erfolgreich ausreden.

1. coliquio-Thread vom 25.4.2019: „Absurde Behandlungswünsche: Was haben Sie schon erlebt?”.

Titelbild: © Getty Images/Portra

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