09. Februar 2018

Teil 2

Syphilis: Diagnose & Therapie auf einen Blick

Syphilis kann leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden und wird daher auch „Der große Imitator“ genannt. Erfahren Sie hier, wie die Erkrankung nachgewiesen wird und welche Therapieoptionen zur Verfügung stehen. (Lesedauer: 2 Minuten)

Die folgenden Informationen hat Dr. Nina Mörsch, coliquio-Redaktion, für Sie zusammengestellt.

Diagnose bei klinischem Verdacht

Abb. 1: Dunkfelfeld-Mikroskopaufnahme von Treponema pallidum.

Bei Verdacht auf einen Primäraffekt kann der Erreger im Drucksekret des Schankers mittels Dunkelfeldmikroskopie nachgewiesen werden (Alternativ: PCR oder Immunhistologie). Der serologische Erregernachweis ist die am häufigsten eingesetzte diagnostische Maßnahme und basiert auf zwei Stufen:

  • Im ersten Schritt erfolgt ein Test auf spezifische Antikörper gegen T. pallidum. Geeignet ist hierfür beispielsweise der Treponema-pallidum-Partikelagglutinationstest (TPPA).
  • Im zweiten Schritt folgt auf einen positiven Suchtest ein spezifischer Bestätigungstest. Ist dieser ebenfalls positiv, gilt die Diagnose als bestätigt.1

Ist die Syphilis behandlungsbedürftig?
Um zu bestimmen, ob eine Syphilisinfektion behandlungsbedürftig ist, werden weitere Tests durchgeführt (z.B. VDRL-Test). In späteren Stadien der Infektion kommen neurologische, augenärztliche und Untersuchungen des Herzens hinzu. Zur Bestätigung einer Neurosyphilis lässt sich der Erreger im Hirnwasser nachweisen.1

Wichtig: Wird eine Syphilis-Erkrankung bestätigt, sollte unbedingt auch der Sexualpartner informiert werden, um eine mögliche Ansteckung auszuschließen bzw. die Erkrankung zu therapieren.

Therapieoptionen

Nach wie vor kann zur Lues-Therapie Penicillin eingesetzt werden. Die aktuelle Leitlinie der Deutschen STI-Gesellschaft empfiehlt folgende Vorgehensweise:1

Therapieempfehlung laut Leitlinie

Frühsyphilis : Einmalige Behandlung mit Benzathin-Benzylpenicillin i.m.

Falls Penicillin nicht gegeben werden kann:

  • Orale Gabe von Doxycyclin (Kontraindikation bei Kindern und Schwangeren) 2× 100mg/Tag über 14 Tage oder
  • Erythromycin 4× 0,5g/Tag über 14 Tage oder
  • Ceftriaxon 2g/Tag als Kurzinfusion (30 min) über 10 Tage.

Nach der ersten Antibiotika-Gabe sollte zur Vermeidung der sogenannten Jarisch-Herxheimer-Reaktion ab dem Sekundärstadium einmalig 30-60 Minuten vor der ersten Antibiotikagabe 1mg/Prednisolon-äquivalent/kg KG p.o. oder i.v. gegeben werden.

Spätsyphilis: Dreimalige Behandlung mit Benzathin-Benzylpenicillin i.m. an Tag 1, 8 und 15

Falls Penicillin nicht gegeben werden kann:

  • Orale Gabe von Doxycyclin 2×100mg/Tag über 28 Tage oder
  • Erythromycin 4 × 0,5g/Tag über 28 Tage oder
  • Ceftriaxon 2g/Tag als Kurzinfusion (30 min) über 14 Tage

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  1. S2k-Leitlinie der Deutschen STI-Gesellschaft, 07/2014: Diagnostik und Therapie der Syphilis

Titelbild:(c) istockphoto.com, Bildnachweis: jarun011

Abbildung 1: CDC Centers for Disease Control and Prevention

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