07. November 2019

Methadon bei Krebs: Der große Game Changer?

Die „Methadon-Welle“ rollt seit der Veröffentlichung der Zellexperimente von Dr. rer. nat. Claudia Friesen immer wieder durch die Medien. Die Befürworter sehen Hoffnung für bislang hoffnungslose Fälle. Die Gegner warnen vor unbegründetem Hype ohne klinische Nachweise.

Bei Methadon scheint einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein

In der Medizin kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen, sei es über den Einsatz von Fluorchinolonen oder die Homöopathie. Doch bei der Methadon-Debatte scheint einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein: Eine Universität löscht eigene Pressemitteilungen; es folgen schwere Anschuldigungen, die vorzeitige Todesfälle auf die Methadon-Behandlung zurückführen und anschließende Gerichtsprozesse.

Erste klinische Studie soll kommen

Doch klinische Studien und damit auch die nötige Evidenz fehlen bisher. Ende Oktober hat nun die Deutsche Krebshilfe die Förderung einer umfangreichen Therapiestudie zugesagt. Die Untersuchung soll Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs einschließen, die nicht mehr auf Chemotherapie ansprechen.

Dr. Claudia Friesen und Prof. Jutta Hübner im Interview

Wir haben mit der wohl bekanntesten Methadon-Befürworterin Deutschlands, Dr. Claudia Friesen, und Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena, die dem Methadon-Hype skeptisch gegenüber steht, über den aktuellen Stand der Forschung, die Rolle der Medien und die Zukunft von Methadon in der Krebstherapie gesprochen. In den weiteren Beiträgen finden Sie außerdem eine Liste der wichtigsten Publikationen und Ereignisse in der Methadon-Chronik sowie das Meinungsbild Ihrer Kollegen zur seit Jahren ungelösten Kontroverse.

Interviews und Redaktion: Marina Urbanietz, Kamera: Dr. Laura Cabrera

Vor allem in den vergangenen drei Jahren haben sich Studien und Presseberichte über Methadon in der Krebstherapie überschlagen. Doch welche Daten liegen uns aktuell vor und welche nächsten Schritte stehen an? Jetzt zum Beitrag >>

Dr. rer. nat. Claudia Friesen veröffentlichte 2008 In-vitro-Daten zur Wirksamkeit von D,L-Methadonhydrochlorid gegen humane Leukämiezellen. Seitdem befasst sich die Leiterin des Forschungslabors am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Ulm mit dem Thema Methadon in der Krebstherapie. Jetzt zum Interview >>

Dr. med. Jutta Hübner ist Professorin für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena. Zu den Zeiten des medialen „Methadon-Hypes“ im Frühjahr und Sommer 2017 warnte sie vor der Anwendung sowohl von Methadon als auch Levomethadon bei Tumorpatienten aufgrund fehlender Evidenz für eine wirksame Tumorkontrolle. Jetzt zum Interview >>

Ist Methadon ein Wirkverstärker für Zytostatika? Oder doch nur ein Opioid? Ist der Einsatz problematisch oder einen Versuch wert? Der folgende Beitrag ordnet die Stimmen Ihrer Kollegen ein. Jetzt zum Beitrag >>

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653