02. Februar 2018

Handy & Gesundheit: Krebs, Fortpflanzung & Psyche – Teil 2

Welchen Einfluss hat die Mobilfunknutzung auf die Kognition und Emotionen? (Lesedauer: 2 Minuten)

Dieser Beitrag basiert auf Berichten und Bewertungen des Bundesamts für Strahlenschutz, die Christoph Renninger, coliquio-Redaktion, für Sie zusammenfasst.1,2

Kognitive Leistungsfähigkeit & Schlafqualität

Kognitive Funktionen, wie Gedächtnis und Reaktionsfähigkeit, werden durch die elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys ausgeht nicht beeinträchtigt. In geringfügigem Ausmaß kann die Gehirnaktivität während des Tages und nachts beeinflusst werden, wie sich in EEG-Studien zeigte. Diese Effekte liegen jedoch im physiologischen Rahmen und haben keinerlei Auswirkungen auf die Verarbeitung von Informationen oder das Verhalten.2

Die Handy-Strahlung hat auch auf die Schlafqualität keinerlei Auswirkungen. Eine Abschirmung der elektromagnetischen Felder führt zu keiner Verbesserung des Schlafs. Allerdings kann das blaue Licht der Displays von Smartphones und Tablets bei Benutzung vor dem Schlafen die Schlafqualität verschlechtern.4

Elektrosensibilität – keine Ursache für Beschwerden

Viele Menschen bezeichnen sich als „elektrosensibel“ und führen gesundheitliche Beschwerden (Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen) auf hochfrequente elektromagnetische Strahlung zurück. Allerdings zeigten mehrere Studien, dass die Felder für Menschen nicht wahrnehmbar sind und keine Ursache der beschriebenen Beschwerden sein können.

Eine Elektrosensibilität gibt es nach Ansicht internationaler Experten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Die von Betroffenen vermuteten Zusammenhänge bestätigten sich nicht. Im Gegenteil waren in einer Studie angeblich „Elektrosensible“ schlechter darin, echte magnetische Impulse von Scheinimpulsen zu unterscheiden als Kontrollpersonen.2

Jugendliche: Smartphone-Sucht macht unglücklich

Eine aktuelle repräsentative Umfrage unter mehr als einer Million Teenagern in den USA zeigte, dass Jugendliche, die ihr Smartphone exzessiv nutzen mit ihrem Leben weniger zufrieden sind. Teilnehmer, die vor allem Spiele, soziale Netzwerke und Chats nutzen, sind demnach weniger glücklich als Altersgenossen, die ihre Zeit vermehrt abseits des Smartphones verbringen, sei es beim Sport, dem Lesen von Büchern und Zeitschriften oder Treffen von Freunden.

Die glücklichsten Jugendlichen nutzen ihr Smartphone für etwa eine Stunde am Tag, mit jeder längeren Nutzung steigt die Unzufriedenheit mit der Lebenssituation an. Die Forscher stellten zudem fest, dass seit der massenhaften Verbreitung von Smartphones in den vergangenen fünf Jahren die Lebenszufriedenheit von Jugendlichen insgesamt abgenommen hat.5

6 Tipps für den Umgang mit Mobiltelefonen

Das BfS gibt folgende Empfehlungen, um die Intensität und Expositionsdauer der hochfrequenten Felder möglichst gering zu halten:

  • Wenn man die Wahl hat, besser das Festnetztelefon nutzen
  • Handytelefonate möglichst kurz halten
  • Bei schlechtem Empfang telefonieren möglichst vermeiden, da die Intensität zunimmt
  • Eher Textnachrichten verfassen
  • Head-Sets verwenden
  • Beim Kauf eines Smartphones auf den SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) achten. Hier finden Sie die SAR-Liste.

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